Offener Brief an Umweltministerin Teresa Ribera


Foto: Pixabay

Betreff: Ampliación y adaptación de la playa en Playa Santiago, La Gomera

Sehr geehrte Frau Ribera!

Der 19. Februar 2019 war der Tag, an dem die Stranderweiterung und Verkehrsberuhigung der Avenida Marítima in Playa Santiago in der Gemeinde Alajerò auf La Gomera abgeschlossen sein sollte.

Das haben Sie am 6. November 2018 definitiv gefordert. Und? Ist dies geschehen? Nein, nicht einmal die Hälfte der Arbeiten sind durchgeführt! Seit fast einem Jahr ist die frühere Prachtstraße Santiagos eine hässliche Baustelle!

Hier flanieren keine entspannten Touristen mehr, nein, die Menschen sind gezwungen, den schmalen Bürgersteig entlang eines Bauzaunes zu nutzen, Blick und Zugang zum Strand sind versperrt. Und zu allem Übel: die Bauarbeiten sind seit Wochen fast vollständig eingestellt. Mal wieder.

Frau Ministerin, was machen die Menschen hier, wenn ein Sturm kommt? Die alte Mauer ist zerstört, die neue Mauer nur zur Hälfte fertig und viel zu schwach. Sie haben die Menschen fast schutzlos dem Meer ausgeliefert, wenn eine hohe Flut kommt!

Warum wird nicht mehr weitergearbeitet? Manche sagen, das Geld ist weg, andere sagen, man hat erkannt, dass der Bauplan unsinnig ist. Der Plan ist über 10 Jahre alt und gehört zu einem viel größeren Projekt, der riesigen Hafenerweiterung für Großfähren, Kreuzfahrtschiffe und 355 Liegeplätze für Freizeitboote!

Dieses Projekt wurde bisher nicht umgesetzt. 109 Millionen Euro sind auch viel Geld, und die Idee der Hafenerweiterung ist für einen kleinen, idyllischen Ort wie Santiago ohne Sinn und Verstand.

Also wollte man wenigstens die Stranderweiterung für knapp 800 000,- € retten? Dass diese Stranderweiterung mit dem neuen Mäuerchen die Hafenerweiterung voraussetzt, hat man offenbar verdrängt, um die Fördermittel dennoch einzustreichen. Gibt es in Ihrem Ministerium eigentlich keine Fachleute, die solche Pläne überprüfen oder wenigstens auf Irrtümer darin hinweisen und Korrekturen vorschlagen?

Wollen Sie die Pläne trotz der erkennbaren Gefahren in jedem Fall umsetzen lassen? Oder sind Sie in der Lage, Fehler einzugestehen und Lösungen durchzusetzen, die den Menschen in Santiago helfen?

Das eindrucksvolle, große Bauschild an der Plaza von Santiago hat ein Bewohner ergänzt durch das Wort „CHAPUZA“ [Pfusch, d. Red.]. Niemand hat dieses Wort wieder entfernt. Warum nicht? Vielleicht, weil alle wissen, dass es stimmt?

Mit freundlichem Gruß,

Ingo Graebner
Ein Wintergast und Bewunderer von Santiago und seinen Bewohnern




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