Gefahren für Leib und Leben – und was geschieht?


Der Tod zweier Deutscher im Meer an der Bollullo-Bucht in Orotava, El Rincón, führt natürlich – jenseits des offensichtlichen Leichtsinns – auch zu der Frage, ob wirklich alles Vernünftige und Sinnvolle getan wird, um das Risiko solcher und anderer Tragödien am und im Meer zu minimieren.

Leider ist das nicht der Fall.

An anderen Stränden, etwa der Playa del Duque in Adeje, gibt es ein Seil von einer Spitze der Bucht zur anderen. Wenn Schwimmer aufs Meer getrieben werden oder erschöpft sind, haben sie die Chance, sich dort festzuhalten und sich auch zu einer der Spitzen der Bucht zu hangeln.

Ein anderer Fall: Seit Jahren ist der Zugang zum Strand Los Patos am Ende des Barranco El Pinito gesperrt, weil die Treppe, die sich dort befand, nicht mehr benutzt werden konnte. Dies war schon lange zuvor absehbar. Nach wie vor ist die Treppe weder repariert noch neu gebaut. Natürlich gehen weiterhin viele Leute zum Strand hinunter, und zwar nun auf einem gefährlichen Weg am Küstenhang entlang, der auch nicht hergerichtet wurde. Dessen offizielle Sperrung mag zwar die Verwaltung juristisch von Verantwortung freistellen, moralisch aber wohl kaum. Jeden Tag kann sich dort ein schwerer Unfall ereignen.

Es ist unerfindlich, warum nicht jeweils ohne Verzögerung angemessene Maßnahmen ergriffen werden, um Gefahren für Leib und Leben sowohl der Einheimischen als auch der Touristen zu reduzieren. Am Geld kann es nicht liegen: Vor Jahren wurde die Straße TF 176 – von der Autobahn zum Restaurant San Diego – großenteils seitlich mit Pfosten aus Zement versehen. Ihr Sinn und Zweck blieb bis heute geheim: Sie waren und sind eine Behinderung für Autofahrer, die dort parken wollen, und zuweilen auch für Fußgänger. Viele sind bald kaputtgegangen, und ihre Trümmer zierten die Landschaft, bis sie beseitigt wurden, was natürlich auch wieder Geld kostete. In diesem Jahr wurde überraschenderweise großenteils die Straßendecke erneuert, obgleich dies keineswegs erforderlich war. Es gibt also Geld. Vielleicht wissen die Götter, nach welchen Kriterien es ausgegeben wird.

Dr. Peter Wörmer

Hamburg/z.Zt. auf Teneriffa

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