Fragwürdige Natur- und Umweltschutzpolitik auf Teneriffa


Das Hotel El Médano Foto: Rolf Kehrer

Zum vierten Mal darf ich mit meiner Frau ein paar Wochen auf Teneriffa verbringen. Wir haben es in dem Mittelklassehotel El Médano im gleichnamigen Ort sehr gut getroffen, und sind zum wiederholten male hier. Der Ort ist gut frequentiert, aber nicht überlaufen.

Das Hotel wurde 1969 erbaut und passt mit seinen abgerundeten Ecken und seinen Balkonen gut zu den Nachbarhäusern. Es steht markant auf einer Klippe, und bildet den Abschluss des Hafenbereiches zum langen Sandstrand. Auffallend sind die Stützen auf denen die untere Sonnenterrasse ruht. Bei Ebbe kann man unter der Terrasse vom Sandstrand zum schmalen Strand des Hafens durchlaufen. Vom Motaña Roja oder von der Strandpromenade aus ist das Gebäude ein Blickfang und hebt sich wohltuend von den großen Gebäudekomplexen der anderen Hafenseite ab. Es ist für mich unverständlich, dass dieses Hotel aus Gründen des Naturschutzes und angeblich nicht eingehaltener Bauvorschriften jetzt, nach fünfzig Jahren, auf gerichtlichen Beschluss hin, abgerissen werden muss.

Mit meiner Frau streife ich gerne durch die Barrancos. Die bizarren Felsformationen, die vielgestaltigen, ausgewaschenen Vertiefungen in dem weichen Tuffgestein und die Trockenvegetation haben es uns angetan. Um so verwunderlicher ist es, dass in diesen Tälern, die mindestens zum Teil unter Naturschutz stehen, Bauschutt abgekippt werden darf. Auch wilde Müldeponien sind vielerorts anzutreffen und verschandeln Barrancos und Ortsränder.

Müll an einem Feldweg vor dem „Barranco del Gallao“ bei der TF 636 Foto: Rolf Kehrer

Wenn Naturschutzbehörden und Gerichte hier tätig würden, hätten sie für die Natur und den Erhalt eines wertvollen Teneriffa Nachhaltigeres bewirkt als durch die unverständliche Verfügung eines Hotelabrisses.

Rolf Kehrer, Deggingen

zzt. El Médano




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Géza Harangozó
Géza Harangozó
Gast
23. Februar 2019 18:54

Jetzt bin ich aber erstaunt, dass dieses Hotel abgerissen werden soll. Ich kenne es. Für mich völlig unverständlich. Es macht sich an dieser Stelle sehr gut und ist kein Schandfleck.

Frederik
Frederik
Gast
28. Februar 2019 22:08

Wenn man über sog. Umweltverschandelung (in Zusammenhang mit einem doch recht gut in die Landschaft passenden Hotel) redet, dann muß ich sofort an etwas denken, was den Namen wirklich verdient: Die Vermüllung des Inselsüdostens mit Windkraftanlagen, die bis an die schönen kleinen Ortschaften am Meer herangebaut werden. Die Idiotie in der Politik ist bekanntlicherweise keine rein deutsche Krankheit. Wenn mir dieser Mist gefallen würde, dann wären Mecklenburg, Brandenburg und Sachsen-Anhalt meine Haupturlaubsziele („Land der freien Horizonte“, so nannte man mal mein Mecklenburg…). In meinem letzten Urlaub im Dezember ist mir das auf der Fahrt vom Aeropuerto de Sur nach Puerto… mehr anzeigen »