Ein Sommer auf La Gomera!


Westindische Frangipani im Hotelgarten des Jardín Tecina auf La Gomera; fotografiert von Helga und Heinz Gröschl

Es ist Sommer und wir sind wieder da, auf der Ferieninsel La Gomera. Unser Domizil wie schon so oft, das Hotel Jardín Tecina. Die letzten Tage im glühend heißen Deutschland schienen endlos. Me pone enfermo esperar, wir konnten es kaum erwarten. Und dann war es endlich so weit, der Tag der Anreise.

Bei der Fahrt durch das verträumt wirkende San Sebastián begleitete uns ein Spektakel in orange-rot. Die üppigen Blütenwolken der Flamboyantbäume beherrschten das Stadtbild. Der Anblick war unbeschreiblich! Im Hotel angekommen, waren die Vorfreude und Erwartung am Höhepunkt. Was uns total begeistert, sind die Anlage, das Ambiente und der tropische Garten. Das Ritual ist immer das gleiche, fasziniert vom Hotelzimmer führt der Weg gleich in die Gartenanlage, wo wöchentlich auch botanische Führungen angeboten werden. Obwohl jedes Motiv schon unzählige Male fotografiert wurde, man kann sich kaum satt sehen, und entdeckt immer wieder etwas Neues. Im Prospekt des Hotels steht: „Sie machen einen Spaziergang um die Welt, ohne das Hotel zu verlassen.“ Und in der Tat, die Vielfalt der Gewächse aus den tropischen und subtropischen Gebieten lässt das Herz jedes Pflanzenfreundes höher schlagen.

Das trockene und warme Frühjahr hatte bei einigen Bäumen zu einer früheren Blütezeit geführt. Besonders die Orchideenbäume sowie die afrikanischen Tulpenbäume mit ihren riesigen Blütenkelchen in orange oder gelb hatten ihren Höhepunkt schon erreicht. Bei einer weiteren Baumart, der Plumerie, erlebten wir einen eindrucksvollen Blütenflor (Foto oben, d.Red.). Und so ein Exemplar bereichert hier den Hotelgarten. Auch bei den Gästen findet er durch seinen Blütenreichtum große Beachtung. Botanisch gehört diese Baumart zu den Hundsgiftgewächsen. Sie ist weltweit in den tropischen Trockenwäldern und an felsigen Meeresküsten beheimatet. Für die Herkunft des Pflanzennamens gibt es mehrere Theorien. Zum einen wird der Baum mit dem italienischen Parfümier Frangipani aus dem 12. Jahrhundert in Verbindung gebracht. Die andere Theorie verweist auf den französischen Botaniker Charles Plumier aus dem 17. Jahrhundert. Er habe den Baum bei einer seiner Reisen in die Karibik entdeckt.

Plumieren werden auch Tempelbäume genannt. In Ostasien sind sie oft auf heiligen Stätten wie Friedhöfen oder Tempelgärten zu finden. In Indien und Sri Lanka verleihen diese den Ruf der Unsterblichkeit. Inspiriert von der zarten Blütenform werden diese auf den Südseeinseln zu Halsketten und Girlanden für Zeremonien verwendet. Die elegant wirkenden Blütenblätter der einzelnen Blumen sind wie Minipropeller angeordnet. Duftströme, besonders nachts und im morgendlichen Tau, versetzen den Betrachter in einen Rausch von Faszination. Bei den Plumieren, auch Frangipanibäume genannt, findet man reinweiße Blüten aber auch gelbe, rosafarbene und rote Varianten. Alle Pflanzenteile außer den Blüten scheiden einen schwach giftigen Milchsaft aus, der zu Haut­irritationen führen kann.

„Hasta otra vez,“ bis zum nächsten Mal!

Helga und Heinz Gröschl
Ostfildern

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