Vargas Llosa bereist die Stationen seines Lebens


Schriftsteller-Legende Mario Vargas Llosa mit seinem Sohn Álvaro Vargas Llosa (Archivbild einer gemeinsamen Pressekonferenz im Jahr 2017). Foto: efe

Zusammen mit seinem Sohn ist der berühmte Schriftsteller Protagonist eines Dokumentarfilmes über sein Leben

Madrid – Mario Vargas Llosa, schon zu Lebzeiten eine Ikone der Literatur, Nobelpreisträger und für seine Verdienste um die spanische Sprache von König Juan Carlos in den Adelsstand erhoben, bereist zurzeit diejenigen Orte in Europa und Lateinamerika, die in seinem Leben eine prägende Rolle gespielt haben. Begleitet wird er dabei von seinem Sohn, dem Journalisten und Schriftsteller Álvaro Vargas Llosa, und einem Filmteam der mexikanischen Produktionsfirma TV Azteca unter der Regie von Berta Pantoja, die aus den Gesprächen zwischen Vater und Sohn einen autobiografischen Dokumentarfilm entstehen lässt.

Eine der ersten Stationen auf dieser Reise durch die Vergangenheit ist das ehemalige Café El Jute, heute Restaurant El Arzábal, am Stadtpark El Retiro im Zentrum von Madrid. Dort beendete er im Jahr 1958 seinen berühmtesten Roman „Die Stadt und die Hunde“ (La ciudad y los perros). París, London, Barcelona, Madrid, New York, Mexiko und sein Heimatland Peru sind weitere Orte, die in Vargas Llosas persönlichem, literarischem und politischem Leben eine entscheidende Rolle gespielt haben.

Zwischendurch fand der unermüdliche 82-Jährige noch die Zeit, die Universität von Á Coruña zu besuchen und im Rahmen eines internationalen Seminars zur Erforschung und Verbreitung seines eigenen Werkes einen Vortrag zu halten. Vor seinem Auftritt konstatierte der Nobelpreisträger, das große Problem der heutigen Zeit sei die „Postverdad“, Lügen, die als Wahrheit verkleidet daherkämen. Angesichts der Informationsflut sei es schwer, die Wahrheit zu erkennen. Eine Zensur jedoch sei inakzeptabel, weil sie die Literatur, die Kunst und die Politik vergifte. Zudem sei es heutzutage wegen des technischen Fortschritts und der weiten Verbreitung der Medien für die Staatsgewalt kaum möglich, Zensur auszuüben. Wenn Gesetze übertreten würden, sei es Sache der Gerichte, dies zu klären, ein spezielles Kontrollsystem sei dagegen absolut unannehmbar, weil es die Kultur „denaturiere“. Die Freiheit, so betonte er, sei ein unschätzbar wertvolles Gut, das vor allem anderen verteidigt werden müsse.




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