„Freilichtmuseum“ vor San Andrés


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Stoyko Gagamov, verantwortlich für die Abbildung von Musikern vor dem Auditorium, hat nun auch berühmte Künstler vor dem neuen Wellenbrecher von San Andrés verewigt

Teneriffa – Stoyko Gagamov ist ein bulgarischer Maler, der seit 2008 auf Teneriffa lebt. In uneigennütziger Arbeit fertigte er vor einigen Jahren das steinerne Musiker-Museum auf dem Wellenbrecher hinter dem Auditorium Adán Martín in Santa Cruz an. Lange war der Autor des von Einheimischen und Besuchern bewunderten Werkes unbekannt. Nur das Kürzel CR unter den Gesichtern der berühmten Musiker gab einen Hinweis auf den Urheber. Schließlich lüftete eine hiesige Tageszeitung das Geheimnis und gab bekannt, dass Stoyko Gagamov, dessen Namen in kyrillischen Buchstaben CR abgekürzt wird, für das Werk verantwortlich war.

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Dieser Tageszeitung erzählte Gagamov damals, wie das Gesichter-Museum seinen Anfang genommen hatte. Demnach habe ihn das Auditorium stark beeindruckt, als er es zum ersten Mal sah. Von Gebäude und Ozean inspiriert, entschloss er sich, Architekt Santiago Calatrava auf einem der Steine des Wellenbrechers zu verewigen. Beim Malen wurde er von einem Fußgänger angesprochen, der ihn bat, auch Luciano Pavarotti ein „Gesicht“ zu geben. Danach kamen José Carreras und Plácido Domingo, Beethoven, Verdi, Elvis Presley, Michael Jackson, Ella Fitzgerald, Ray Charles, David Bisbal oder Julio Iglesias dazu. Doch auch dem 2010 verstorbenen ehemaligen Cabildo- bzw. Regierungspräsidenten und Initiator des Auditoriums Adán Martín setzte Gagamov ein Denkmal. Gagamov, der maschinenschreiben gelernt hat, aber schon früh zum Straßenkünstler wurde und auf der Suche nach besseren Perspektiven auswanderte, verlangt nichts für sein Werk, das „von Teneriffa in die Welt und hinaus zu den Menschen getragen wird“.

Vor einiger Zeit setzte der Bulgare sein Werk an der Promenade von San Andrés fort und schuf dort ein zweites „Freilichtmuseum“, dieses Mal bekannten Schriftstellern und Künstlern aus allen Zeiten und aller Herren Länder wie William Shakespeare, Frida Kahlo oder César Manrique gewidmet.




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