Ein Jahrhundert Kunst aus Sand


Foto: Moisés Pérez

Spektakuläres Bild aus Vulkansand zur Feier des 100-jährigen Jubiläums

Teneriffa – Am 27. Juni wurde in La Orotava das 100-jährige Bestehen der Tradition gefeiert, durch die die Stadt weltweite Berühmtheit erlangt hat. Ein Jahrhundert ist vergangen, seit Felipe Machado y Benítez de Lugo (1836-1930), Aristokrat, Künstler und Politiker, die Idee hatte, zu Fronleichnam einen – damals noch Blumenteppich – auf dem Rathausplatz anzufertigen. Obwohl es Leonor del Castillo y Betancourt war, die 1847 nach dem Vorbild dieser Tradition in Italien den ersten Blumenteppich La Orotavas vor ihrem Haus, der Casa de Monteverde in der heutigen Calle Colegio, anfertigte, gebührt Felipe Machado das Verdienst der Idee eines riesigen Teppichs auf dem Rathausplatz zur Feier des Fronleichnamsfestes (in La Orotava stets am Donnerstag nach Fronleichnam und „Infraoctava del Corpus Christi“ genannt).

Seither wurde die Tradition von Generation zu Generation weitergegeben und mit jedem Jahr berühmter und spektakulärer. Während der erste Teppich auf der Plaza vor dem Rathaus im Jahr 1919 aus Blüten, Blättern und Samen in nur einem Tag angefertigt wurde, wird an dem  über 900 Quadratmeter großen Kunstwerk, das heutzutage ausschließlich aus Sand besteht, fast zwei Monate gearbeitet.

Der Sand dafür in den verschiedensten Farben und Nuancen wird – was ansonsten verboten ist – ausnahmsweise aus der Vulkanlandschaft des Teide-Nationalparks entnommen.

Auch dieses Jahr kamen wieder Tausende Besucher nach La Orotava, um einen Blick auf das fertige Kunstwerk zu werfen, das dem Jubiläumsjahr angemessen spektakulär war. Im Mittelpunkt der Botschaft stand die Nächstenliebe und die Solidarität. Welche weiteren Figuren in dem Bild dargestellt sind und warum, wo die Künstler die Hommage an Felipe Machado versteckt haben, und an welchem Teil des Kunstwerks Kollegen aus Brüssel mitgewirkt haben, können sie auf unserer Website www.wochenblatt.es unter „Ein Aufruf zur Solidarität“ nachlesen.

Große Bewunderung genossen am 27. Juni auch die 35 Blütenteppiche, die von großen und kleinen Künstlern in den umliegenden Straßen angefertigt wurden. Sie wurden, ebenso wie das Kunstwerk aus Lavasand, bei der Prozession am Abend zerstört.




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