Die Gernot Huber-Stiftung feiert 20-Jähriges


Am 12. März kann der Skulpturenpark in San Isidro ohne Anmeldung besucht werden

Foto: alexander stormberg

Teneriffa – Bei Stiftungen gibt es wie bei Ehen das verflixte 7. Jahr und dann noch einmal das um die 20. Bis dahin nämlich muss sich herausgestellt haben, ob die Stiftungssatzung zukunftsfähig und die von den Stiftern eingebrachte Finanzierung tragfähig genug war. Ein hoher Prozentsatz der Stiftungen überlebt diesen 2. Zeitpunkt nicht.

Bewegte Zeit

Mit 3 „Flügeln“ gleitet die Gernot Huber-Stiftung nun in das dritte Jahrzehnt ihres Bestehens. Die von dem Designer und Bildhauer Gernot Huber geschaffene kinetische Skulptur „Las alas“ bewegt ihre mit 360 Kilo nur scheinbar leichten Flügel aus Edelstahl leise schwingend im Wind und erinnert an die bewegte Zeit, die die Stiftung in den vergangenen 20 Jahren nach ihrer Gründung in Hamburg auf Teneriffa durchlebt hat.

Damals brachte der Gründer seine in der  Lüneburger  Heide und auf Teneriffa bestehenden Skulpturenparks mit fünfzig eigenen Werken in die gemeinnützige Stiftung ein. Aus eigener Erfahrung wusste er, dass der Eintritt in eine Künstlerlaufbahn nach dem Studium extrem schwer ist. Daher vergibt seine Stiftung Arbeitsstipendien an begabte junge Bildhauer, die in einem Gästehaus auf der Finca leben und arbeiten können. Daraus ist nun eine beachtliche Sammlung mit 170 Werken internationaler Künstler in beiden Skulpturenparks entstanden.

Bewegt waren die letzten 20 Jahre nicht nur durch den Umgang mit den unterschiedlichsten Gebräuchen und Sprachen der Künstler, sondern auch die Gefahr, hier auf Teneriffa Immobilienspekulationen zum Opfer zu fallen. Das Wochenblatt berichtete darüber mit Überschriften wie „Beton statt Kunst“, denn durch ein Gesetz auf der Insel konnten Immobilienhaie eine von ihnen gewünschte Landfläche bei Bedarf sogar enteignen lassen. Das stand bei dem Park kurz bevor. Dagegen waren selbst die Inselregierung unter Ricardo Melchior und der deutsche Botschafter machtlos.

Doch das ist nun Vergangenheit, die Immobilienkrise machte es möglich. Inzwischen wurde der Park sogar mit der Vergabe des eigenen Straßennamens Calle Gernot Huber geehrt, und sein Fortbestand ist gesichert.

Das immer größer werdende Interesse von Kunstfreunden aus aller Welt brachte es außerdem mit sich, dass Ina und Gernot Huber die Besuchertage, an denen man ohne Anmeldung in den Park gelangen kann, von einmal auf sechsmal im Jahr, jeweils am 2. Sonntag der Monate November bis April, erweitert haben, das nächste Mal also am 12. März 2017 von 14.00 bis 17.00 Uhr. Daneben können sich Besuchergruppen auch zu Extraterminen anmelden.

Der Park in San Isidro ist der einzige Themenpark auf dem Archipel, in dem die ursprüngliche Natur erhalten blieb. An die Hundert Skulpturen reihen sich wie selbstverständlich in den endemischen Bewuchs rings um das vom Gründer entworfene Vulkansteinhaus ein. So erfreuen sich neben den Kunstfreunden auch die Botaniker beim Rundgang über immer neue Entdeckungen. Die Objekte stehen zwischen Kandelaberkakteen, sie verstecken sich in Lavahöhlen oder krönen die Spitze eines Vulkanrückens.

Sie erreichen den Park in der Calle Gernot Huber 33, links abzweigend von der TF 64 oberhalb Ortsende San Isidro.

Zu finden auch unter www.gernot-huber-stiftung.de

Über Wochenblatt

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