Brand in historischem Gebäude in La Laguna


Feuerwehrleute nach erfolgreichem Löscheinsatz vor der Fassade des Gebäudes. Foto: EFE

Der Sitz des Kulturverbands Ateneo konnte mit Glück davor bewahrt werden, vollkommen niederzubrennen

Teneriffa – Der Sitz des Kulturverbands Ateneo in La Laguna, ein historisches Gebäude im Herzen der Unesco-Welterbestadt direkt gegenüber der Frontfassade der Kathedrale, erlitt bei einem Brand am 4. Oktober schwere Schäden.
Das Feuer brach gegen 15.30 Uhr in der obersten Etage des Gebäudes aus. Zwar läuft eine Untersuchung der Brandursache, die noch nicht geklärt ist; es wird jedoch vermutet, dass der Funke eines Schweißbrenners während Arbeiten auf der Dachterrasse der Auslöser war.
Mehrere Feuerwehreinheiten aus La Laguna und Santa Cruz kämpften gegen die Flammen, die das Dach des Bauwerks zum Einsturz brachten. Tausende Liter Löschwasser wurden in das Gebäude gepumpt, die Anwohner der angrenzenden Gebäude wurden aus Sicherheitsgründen evakuiert. Erst kurz vor 18.00 Uhr teilte Bürgermeister Yeray Gutiérrez erleichtert mit, dass der Brand unter Kontrolle sei.
Neben Bürgermeister Gutiérrez begab sich auch Teneriffas Cabildo-Präsident Pedro Martín nach La Laguna, um an Ort und Stelle die Löscharbeiten zu verfolgen.
Im Ateneo, gegründet im Jahr 1904, haben im Laufe seiner Geschichte viele berühmte Maler und Bildhauer ausgestellt. Pedro González, Manolo Sánchez, Raúl Tabares und Siro Manuel sind nur einige Namen von Künstlern, die ihre Werke im Ateneo zeigten. Danach blieb meist eines oder mehrere Bilder im Sitz des Kulturverbands. So kam es zu der heute umfangreichen Sammlung von Bildern und auch plastischen Werken, die den Kulturschatz des Ateneo darstellen.

Das Feuer im dritten Stock brachte das Dach zum Einsturz. Der Großteil der Kunstwerke konnte in Sicherheit gebracht werden. Fotos: noticia/EFE

Als das Feuer wütete, lagen schlimmste Befürchtungen nahe. Doch die Bilanz des Schadens war schließlich weniger schlimm als zunächst vermutet. Das Feuer hatte vor allem in der obersten Etage gewütet, in der offenbar weniger Kunstwerke untergebracht waren. Sobald es möglich war, das Gebäude zu betreten, trugen Helfer sämtliche Kunstwerke ins Freie. Auf dem Platz vor der Kathedrale wurden auf improvisierten Tischen Gemälde von Asche befreit und verpackt, um sie in einer Lagerhalle des historischen Archivs der Regionalregierung unterzubringen. Ein Sprecher des Kulturamtes der Regionalregierung erklärte, dass mehr als 75% des Kunstfundus des Ateneo bewahrt werden konnte. Etwa 40 Kunstwerke seien beschädigt worden. Wie schwer, müsse noch in jedem einzelnen Fall durch Experten geklärt werden.
Tage später wurden die beiden unteren Etagen des Gebäudes mit Stützen gesichert. Nun soll möglichst bald geklärt werden, wie das Gebäude restauriert werden kann und wer die Kosten dafür tragen wird.
Der Kulturverband befindet sich in prekärer finanzieller Lage und wird wohl kaum die Sanierung des Gebäudes finanzieren können. Deshalb haben die Stadt La Laguna, das Cabildo von Teneriffa und die Regionalregierung dem Kulturverband den Vorschlag unterbreitet, das Gebäude abzutreten, das in das Eigentum der Stadt La Laguna übergehen würde. Alle drei Institutionen würden sich in dem Abkommen dazu verpflichten, die Renovierung und Wiederherstellung des Ateneo zu finanzieren.
Als kurzfristige Lösung zum Schutz des Gebäudes wird die Stadt La Laguna ein provisorisches Dach aus leichtem Material installieren lassen.

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