Besuche in der Zeitkapsel


Foto: Ayuntamiento de la oliva

Im August und September kann freitags die Vulkanröhre Cueva de Villaverde besichtigt werden

Foto: Ayuntamiento de la oliva

Fuerteventura – Ein Team von Archäologen hat in der Cueva de Villaverde auf Fuerteventura mit der zweiten Ausgrabungsphase begonnen. Die Höhle birgt in ihrem Inneren eine Siedlung der Ureinwohner, die nach bisherigen Erkenntnissen ein ganzes Jahrtausend lang in Benutzung gewesen sein könnte.

Die erste Grabungsphase im Sommer 2018 wurde durch die Kanarenregierung finanziert, die aktuelle wird durch die Gemeindeverwaltung La Oliva ermöglicht. Fünf Monate lang werden die Archäologen das Ausgrabungsareal vergrößern, um die Größe der Siedlung festzustellen, und das zutage geförderte archäologische Material analysieren.

Geplant sind bioanthropologische Untersuchungen der sterblichen Überreste eines Mannes und eines Kindes, die in Grabstätten gefunden wurden, sowie Analysen des Materials, das in der ersten Grabungsphase gesichert wurde, mit dem Ziel, mehr über die Vegetation, das Klima und die Landschaft der damaligen Zeit zu erfahren. Außerdem sollen Samen analysiert werden, um festzustellen, ob damals schon Landwirtschaft betrieben wurde.

Die Cueva de Villaverde wurde schon 1979 nach einem Erdrutsch entdeckt, den Bauarbeiten verursacht hatten. In ihrem Inneren entdeckte man Grabstätten der Ureinwohner und Spuren einer Besiedelung. In den Achtzigerjahren wurden Ausgrabungen vorgenommen, doch dann ruhte die Forschung an dieser bedeutenden Fundstätte drei Jahrzehnte lang, bis sie im vergangenen Jahr wieder aufgenommen wurde. Archäologen sprechen von der Entdeckung einer „Zeitkapsel“, denn das Innere der Höhle wurde so vorgefunden, wie es die Ureinwohner hinterließen, als der Eingang verschüttet wurde.

Bis 15. September werden jeden Freitag um 13 Uhr kostenlose Führungen vom Arenisca Arqueología-Team angeboten, in denen Besuchern die Geheimnisse und die Lebensweise der Mahohs, der Ureinwohner Fuerteventuras, erklärt werden. Weitere Infos gibt es auf yacimientocuevadevillaverde.org

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