Zwei tote Meeresschildkröten innerhalb kurzer Zeit

Relativ häufig werden an der Küste der Inseln Meeresschildkröten mit Verletzungen gefunden. Erfreulicherweise werden viele von ihnen im Wildtier-Pflegezentrum des Cabildos geheilt und wieder aufgepäppelt, damit sie anschließend ihr Leben in Freiheit fortsetzen können. Das Bild zeigt die Freilassung einer Meeresschildkröte an der Küste von Teneriffa. Foto: Cabildo de Tenerife

Umweltamt ruft Wassersportler und Bootsverkehr zu besonderer Vorsicht auf

Teneriffa – An der Südküste von Teneriffa sind in einem kurzen Zeitabstand zwei tote Meeresschildkröten gefunden worden, was das Umweltamt der Insel zu dem Aufruf veranlasst hat, bei der Ausübung von Wassersportaktivitäten besondere Vorsicht walten zu lassen.
Nachdem am Jahresende 2019 in El Palmar (Arona) eine 88 Kilo schwere Unechte Karettschildkröte tot angeschwemmt wurde, tauchte nun – ebenfalls in Arona – eine Grüne Meeresschildkröte auf. Durch den raschen Transport des Kadavers ins Wildtier-Pflegezentrum der Inselverwaltung und die Durchführung einer Nekropsie konnte die Todesursache festgestellt werden. Beide Tiere starben infolge von Verletzungen, die ihnen sehr wahrscheinlich durch Zusammenstöße mit einem Schiff, Boot oder anderen Wassersportgeräten zugefügt wurden.
Die nur 8 Kilo leichte Grüne Meeresschildkröte war ein Jungtier. Bei der Nekropsie wurde eine Fraktur an einer Flosse sowie ein Schädelbruch festgestellt, der letztlich zum Tod führte.
Das Umweltamt der Insel weist darauf hin, dass der Fundort beider Tiere die Küste des Touristenorts Arona ist, die durch Schiffe und Boote hoch frequentiert ist und auch für zahlreiche Wassersportarten genutzt wird. „Wir rufen daher die Bevölkerung erneut auf, aus Respekt vor der Fauna in diesem Gebiet vorsichtig zu sein“, erklärte die Chefin des Umweltamtes, Isabel García. Außerdem bat sie um unmittelbare Benachrichtigung der Behörden, wenn ein verletztes oder totes Tier gesichtet wird. Wassersportarten wie Schnorcheln, Tauchen oder Bootsausflüge sollten stets unter Wahrung höchster Vorsicht ausgeübt werden, mahnte García.
Die Grüne Meeresschildkröte (Chelonia mydas) ist eine von zahlreichen Arten, die in den Küstengewässern um die Kanaren gesichtet werden. Früher war sie auch bekannt als „Suppenschildkröte“ und wurde lange Zeit wegen ihres Fleisches, das als Delikatesse galt, gejagt. Ende des 19. Jahrhunderts waren durch die systematische Bejagung die weltweiten Bestände derart zurückgegangen, dass die Art auszusterben drohte. 1988 wurde die Grüne Meeresschildkröte durch das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen unter internationalen Schutz gestellt.

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