Zubin Mehta: „Die kulturelle Kreativität darf nicht in dieser Generation ausgehen“


© EFE

Der Maestro übte scharfe Kritik an den Sparmaßnahmen im Bereich Kultur

Stardirigent Zubin Mehta, der im Rahmen des kanarischen Festivals der klassischen Musik am 13. und 14. Februar auf Gran Canaria und Teneriffa die Orquestra de la Comunitat Valenciana dirigierte, kritisierte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur EFE die Kürzungen im Kulturetat in Ländern wie Spanien und Italien, die er im europäischen Raum für maßgeblich hält und deren Fülle an kultureller Kreativität seiner Ansicht nach nicht in dieser Generation enden dürfe.

Mehta sprach unmittelbar vor dem Konzert im Auditorio Alfredo Kraus in Las Palmas de Gran Canaria mit den Journalisten und mahnte, dass gerade in den heutigen schweren Zeiten nicht an der Kultur gespart werden dürfe. „Wir müssen unseren Enkeln das Geschenk weitergeben, das wir seit 400 Jahren bewahren“, sagte er und bedauerte, dass die Regierungen immer weniger dazu bereit seien, in Kulturelles zu investieren.

In Anbetracht der Tatsache, dass immer weniger öffentliche Gelder zur Verfügung stehen und in Zukunft noch weniger erwartet werden können, lobte der Stardirigent die Initiative privater Unternehmen, die bedeutende kulturelle Veranstaltungen, wie in diesem Fall das kanarische Klassikfestival, unterstützen und möglich machen. Seiner Meinung nach ist es heute in Spanien nicht möglich, ein Festival dieser Größenordnung – dessen diesjähriges Programm er als „außerordentlich“ bezeichnete – ohne die Beteiligung des Privatsektors umzusetzen. Mehta, der seit 2006 musikalischer Leiter des Opernhauses Palau de las Arts von Valencia ist, nahm seine Erfahrungen in  der iberischen Metropole zum Anlass, um die neue spanische Regierung aufzufordern, ihre Zuschüsse für den Kulturetat der Regionen zu erhöhen. Hart ins Gericht ging der Maestro auch mit der Regierung Zapateros, die er wegen der ungleichen Verteilung der Mittel für die verschiedenen Opernfestspiele kritisierte: „… Barcelona bekam 18 Millionen, Madrid 14 Millionen und die Comunidad Valenciana eine Million…“ Nun hoffe er, dass mit der PP-Regierung Mariano Rajoys ein Richtungswechsel eingeschlagen wird und alle Opernhäuser in Spanien Subventionen in gleicher Höhe erhalten.




Über Wochenblatt

Das Wochenblatt erscheint 14-tägig mit aktuellen Meldungen von den Kanaren und dem spanischen Festland. Das Wochenblatt gilt seit nunmehr 36 Jahren als unbestrittener Marktführer der deutschsprachigen Printmedien auf den Kanarischen Inseln.