Zehn neue Dienstfahrzeuge für ein Ministerium mit nur neun Spitzenfunktionären?


Fast 400.000 Euro macht die Regierung dafür locker

Obwohl das Wort Krise in aller Munde ist und auch von der kanarischen Regierung angesichts der geminderten Einnahmen Sparmaßnahmen angekündigt werden, scheint das Geld für bestimmte Anschaffungen wiederum nicht zu fehlen.

Wie die Zeitung El Día aufgedeckt hat, werden die Beamten des regionalen Umweltministeriums in Kürze über neue Dienstwagen verfügen. Im Staatsanzeiger wurde das Ergebnis einer öffentlichen Ausschreibung für die langfristige Miete – Renting * – von zehn Hybridfahrzeugen veröffentlicht. 395.888 Euro sollen dafür aus der Regierungskasse fließen. Die offizielle Erklärung für diese Anschaffung ist, dass das Minis­terium damit über eine Dienstwagenflotte für offizielle Anlässe verfügt, die umweltschonend ist. Bei den ökologischen Fahrzeugen handelt es sich um zwei Oberklasse- und acht Mittelklassewagen.

Kritiker ziehen nicht nur den Preis in Zweifel, sie fragen sich auch, warum ein regionales Ministerium mit nur neun Spitzenfunktionären über zehn Dienstfahrzeuge verfügen muss. Hinzu kommt, dass die kanarische Regierung erst kurz zuvor auch fünf neue Dienstfahrzeuge für ein anderes Ministerium genehmigte. Regierungschef Paulino Rivero nahm dazu im Anschluss an eine Regierungsratssitzung Stellung. Die Teilerneuerung des Fuhrparks sei aus Sicherheits- und Umweltgründen gerechtfertigt. Die Stabilität des Regierungshaushalts sei dadurch nicht gefährdet, versicherte er.

* Renting beschreibt der spanische Automobilclub als einen umfassenden Service, bei dem der Rentingnehmer ein Fahrzeug langfristig und inklusive Versicherung, Steuer, Zulassung, Wartungsservice und Reparaturdienst mietet. Eine Kaufoption gibt es üblicherweise nicht. Das Renting-Unternehmen Finanzia Autorenting hat dem Umwelministerium in diesem Fall allerdings eine Kaufoption eingeräumt.




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