Wo bleibt der Regen?


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Der vergangene Herbst war der trockenste der letzten zehn Jahre

Laut Daten des spanischen Wetteramtes AEMET war der vergangene Herbst auf den Kanarischen Inseln der trockenste der letzten zehn Jahre.

Im September, Oktober und November 2011 lag die Niederschlagsmenge im Schnitt bei nur 8,9 Liter pro Quadratmeter und damit deutlich unter der üblichen Menge für die Jahreszeit.

Infolgedessen sind die Wassersammelbecken der Inseln nur zu einem Drittel gefüllt, obwohl normalerweise zu diesem Zeitpunkt der Pegel die Hälfte des vollen Wasserstandes erreichen sollte.

Um auf einen Wassermangel im Sommer vorbereitet zu sein, arbeitet die Inselregierung Teneriffas bereits jetzt an einem Aktionsplan. Unter anderem ist vorgesehen, falls nötig die Meerwasserentsalzung zu verstärken und auf diese Weise mehr Trinkwasser zu gewinnen. José Joaquín Bethencourt, Leiter des Ressorts Landwirtschaft und Fischerei, deutete jedoch darauf hin, dass sich im letzten Jahr der Sommer bereits verspätet habe und nun auch der Regen auf sich warten ließe, schlussendlich aber doch noch das erhoffte Nass kommen werde.

Dennoch sei die Landwirtschaft von dem Regenmangel betroffen, so Bethencourt. Die Trockenheit habe sich bereits negativ auf den Kartoffel- und Getreideanbau ausgewirkt.

Miguel Martín, Präsident der landwirtschaftlichen Vereinigung von La Palma (ASPA), bestätigte, dass es schon in den letzten zwei Jahren aufgrund der Trockenheit Ernteausfälle u.a. bei den Weinbauern gegeben habe. Spätestens im Sommer werde das Wasser knapp werden, prognostiziert er, und dann werden die Bauern um die künstliche Bewässerung ihrer Felder nicht herumkommen. Doch auch die Viehzüchter seien betroffen, denn bei ausbleibendem Regen im Januar könnten die Futterpflanzen nicht gesetzt werden, und die Bauern müssten zusätzliche Futtermittel kaufen.

Darüber hinaus soll 2011 das wärmste der letzten 50 Jahre gewesen sein, so die AEMET. Die Durschnittstemperatur betrug 16,7 Grad, 1,5 Grad mehr als üblich. Auf dem spanischen Festland wurden im Schnitt ein bis zwei Grad mehr gemessen, auf den Kanaren unter einem Grad mehr.




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