Wenn Papageien zur Plage werden


Artgenossen und Futter locken die frei lebenden Sittiche in die Käfigfallen. Foto: Ayto. Santa Cruz de Tenerife

In Teneriffas Hauptstadt werden regelmäßig Aktionen durchgeführt, um die Population der Halsbandsittiche zu verringern

Teneriffa – In Santa Cruz’ Stadtpark La Granja wurden jetzt wieder Fallen aufgestellt, um Papageien zu fangen. Der Halsbandsittich ist eine ursprünglich auf den Inseln nicht heimische Art – Neobiota –, die sich jedoch so stark ausgebreitet hat, dass ihr Bestand eine für heimische Flora und Fauna bedrohliche Größe erreicht hat.

Seit dem Jahr 2017 bekämpft die Stadt die Population der Halsbandsittiche. Die grünen Papageien werden mit Käfigfallen gefangen und von der Umweltstiftung Neotrópico aufgenommen. Parallel dazu werden Informationskampagnen durchgeführt, um die Bevölkerung aufzuklären. Bislang beschränkt sich das Revier der Halsbandsittiche in Santa Cruz auf die Stadtparks. Jaime de Urioste von der Stiftung Neotrópico warnt aber, wenn die Population weiter wachse, könne eine Ausbreitung in andere Gebiete wie den Naturpark Anaga nicht ausgeschlossen werden, was schlimme Folgen für die Umwelt in diesem Gebiet hätte.

Ursprünglich kommt der Halsbandsittich aus Asien und Afrika. Alexander der Große soll diese Papageienart einst aus Asien nach Griechenland gebracht haben, weshalb die grüngefiederten Vögel auch unter dem Namen Kleiner Alexandersittich bekannt sind. Über die Jahrhunderte ist diese Art aber auch fern ihrer ursprünglichen natürlichen Lebensräume heimisch geworden und hat sich so gut angepasst, dass heute in vielen Ländern Europas recht große Bestände registriert werden.

In Santa Cruz de Tenerife hat sich die Art derart ausgebreitet, dass im Jahr 2013 die Haltung dieser „invasiven Art“ verboten wurde. Die exotischen Sittiche machen einheimischen Vogelarten die Nistplätze streitig, und auch die Nahrungskonkurrenz stellt eine Gefahr für hiesige Arten dar.




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