Weniger Adoptionsanträge auf den Kanaren


2014 wurden 33 ausländische Kinder von kanarischen Familien adoptiert

Die Zahl der Adoptionen auf den Kanarischen Inseln ist in den letzten drei Jahren um 50% zurückgegangen, der höchste registrierte Rückgang der letzten zehn Jahre.

Die hohe Arbeitslosenrate auf den Kanarischen Inseln hat zu dieser rückläufigen Tendenz beigetragen. Hinzu kommen lange Wartezeiten, strenge Kontrollen und langwierige bürokratische Prozesse und natürlich die Tatsache, dass die Kosten bei internationalen Adoptionen beachtlich sind. 

Trotz dieser Unannehmlichkeiten haben kanarische Familien im Laufe der letzten vier Jahre 422 Kinder adoptiert, die höchste Zahl in ganz Spanien, teilt das Jugendamt der kanarischen Regierung mit.

Die Anzahl der nationalen Adoptionen von Kindern über acht Jahren, Gruppen von mehr als drei Geschwistern oder von behinderten jungen Menschen, also von Jugendlichen, für die es nicht leicht ist, eine neue Familie zu finden, ist sogar leicht angestiegen. Im letzten Jahr hatten 12 von den 30 auf den Inseln adoptierten Kindern besondere Bedürfnisse, bedingt durch Behinderungen oder schwere Krankheiten.

60% der Familien, die ein Kind aufnehmen möchten, fahren sozusagen zweigleisig, weil sie sich dadurch bessere Erfolgschancen für ihre Anträge erhoffen. Sie stellen ihre Anträge sowohl an nationale als auch an internationale Adoptionsagenturen.

Allerdings sind 2014 die internationalen Adoptionen auf das Niveau des Jahres 1997 gesunken. Nur 33 Kinder aus dem Ausland wurden durch Adoptionen in kanarische Familien eingegliedert, mehr als die Hälfte davon kamen aus China.

In den vergangenen vier Jahren fanden 286 Kinder aus dem Ausland eine neue Familie auf den Inseln.

Im Falle der internationalen Adoptionsprozesse liegt der Rückgang nicht nur an den finanziellen Problemen, sondern ebenso an der oftmals komplizierten politischen Situation in den Herkunftsländern der Kinder. So warten beispielsweise mehrere kanarische Familien seit drei Jahren auf die Beruhigung der politischen Lage in Mali, um „ihre“ Kinder in Empfang nehmen zu können. 




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