Wartelisten werden kürzer


Ende Februar gab Brígida Mendoza, Leiterin des regionalen Gesundheitsressorts, die neuesten Daten zu den Wartelisten auf eine Operation oder einen Facharzttermin bekannt, die sich beide im Vergleich zum Vorjahr leicht verkürzt haben, jedoch immer noch unglaublich lang sind.

Demnach warteten am Ende des Jahres 2013 über 27.000 Patienten auf eine OP (-8,5%) und knapp 21.500 auf einen Termin beim Spezialisten

(-8,4%).

Die meisten Patienten warten auf einen operativen Eingriff im Hospital Universitario Nuestra Señora de la Candelaria (fast 6.000), gefolgt vom Hospital Universitario de Canarias (5.640), beide auf Teneriffa gelegen; die Universitätskrankenhäuser von Gran Canaria weisen jedoch ähnlich lange Wartelisten auf. Ausgenommen das Universitätskrankenhaus Doctor Negrín auf Gran Canaria und das Generalhospital von La Gomera konnten alle Krankenhäuser die Wartelisten abbauen. Zwar ist der Abbau dieser Listen erfreulich, doch ist die Zahl der Patienten, die eine Operation benötigen, immer noch erschreckend hoch. Fast 11.000 warten sogar schon über sechs Monate auf den erforderlichen Eingriff. Auch zweifeln Experten an der Aussagefähigkeit der nicht von einem unabhängigen Institut gesammelten Daten, weil die Wartelisten schon längst gesperrt sein sollen.

Bei den Facharztterminen konnten die Terminanfragen bei nur sechs der 16 in den Krankenhäusern vertretenen Fachgebiete abgebaut werden. Gerade der Bereich mit dem größten Zulauf – die Rehabilitation – gehört mit fast 5.000 Anfragen nicht dazu. Die höchste Zunahme wurde bei der Pediatrie verzeichnet, deren Warteliste sich um das Doppelte verlängerte.

Mendoza führte den Abbau der Wartelisten auf die Anstellung neuen Personals und die Ausweitung des nachmittäglichen OP-Betriebes sowie das erweiterte Angebot nachmittäglicher Facharzttermine zurück.

Kurz nach Bekanntgabe der Wartelisten meldete sich Ärztekammerpräsident Rodrigo Martín zu Wort und zweifelte die Korrektheit der Daten an. Bei eigenen Überprüfungen habe man in acht von 16 Fachgebieten vierfach so lange Wartelisten ermittelt, so Martín, der vorschlug, die Ärztekammer mit der Ermittlung der Wartezeiten zu beauftragen.




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