Waldbrand nach drei Tagen unter Kontrolle


Mehrere Tage lang kämpften über 150 Einsatzkräfte am Boden darum, die Flammen zu ersticken. Foto: Cabildo de Tenerife

José Antonio Valbuena, Leiter des Umweltressorts: „Ein ungewöhnlicher Waldbrand“

Teneriffa – Drei Tage lang kämpften die Einsatzkräfte der Feuerwehr der inseleigenen Waldbrandbekämpfungseinheit Brifor und der Militärspezialeinheit UME gegen den Waldbrand. Der war am Abend des 8. April in der Umgebung der „Mondlandschaft“ (Paisaje Lunar) im Gemeindegebiet von Granadilla ausgebrochen. Am Morgen des 11. April hatten die Brandbekämpfer, die unter schwierigen Bedingungen gegen die Flammen vorgegangen waren, die Fronten stabilisiert; am 12. April war der Brand unter Kontrolle gebracht. Insgesamt verbrannten 391 Hektar Pinienwald und Gestrüpp; das Feuer weitete sich über 10 Hektar in den Teide-Nationalpark aus. Es kam zu keinem Personen- oder Sachschaden.

Das Brandgebiet erreichte einen Umfang von fast 10 Kilometern. Foto: Cabildo de Tenerife

Auf einer Pressekonferenz am 12. April zogen Carlos Alonso, Präsident der Inselverwaltung, José Antonio Valbuena, Leiter des Umweltressorts, Buenaventura Machado, Leiter der Forstbehörde, und José María Sánchez, Leiter der Waldbrandbekämpfungstruppe, Bilanz, während die Brandbekämpfer weiter das Gelände abkühlten, um ein Wiederaufleben der Flammen zu verhindern.

Alonso teilte mit, die Brandursache sei auf menschliches Verhalten zurückzuführen, wobei die Umweltschutzpolizei Seprona nun untersuchen werde, ob der Brand fahrlässig entstanden oder vorsätzlich gelegt worden sei. Der Cabildo-Präsident dankte den Löscheinheiten für ihren Einsatz.

Vier Tage nachdem der Waldbrand ausgebrochen war, konnten die Verantwortlichen bei der Inselverwaltung endlich vermelden, dass das Feuer gelöscht ist. Foto: Cabildo Tenerife

Die Arbeit der Feuerwehrleute war in den ersten Tagen durch starke Winde und die schwierige Orografie des zerklüfteten Gebietes erschwert worden. Die Lösch- und Wassertankfahrzeuge konnten aufgrund des Gefälles von über 40% nicht zum Brandherd gelangen, sodass die Feuerwehrmänner zu Fuß an die Fronten vordringen und „trockene“ Brandbekämpfung betreiben mussten. Es wurden kilometerlange Schneisen geschlagen, um das Feuer abzuschneiden. Weil die Löschflugzeuge nicht aus Madrid starten konnten, wurden nur die regionalen Löschhubschrauber eingesetzt.

Ressortleiter José Antonio Valbuena wies auf die besonderen Charakteristiken dieses „atypischen“ Waldbrandes hin: Die hohe Trockenheit, die starken Winde, die komplizierte Orografie, die schweren Arbeitsbedingungen und, vor allem, dass es bereits im April zu diesem ersten Waldbrand des Jahres gekommen sei.

Im Zuge dessen forderte Carlos Alonso von der Zentralregierung, auf das Entsenden von Löschflugzeugen zu verzichten und stattdessen weitere Löschhubschrauber aufgrund ihrer besseren Einsatzfähigkeit das ganze Jahr über auf dem Archipel zu stationieren.

Wenige Tage später beschloss die Kanarenregierung eine Soforthilfe von 500.000 Euro, um das betroffene Gebiet wiederherzustellen bzw. aufzuforsten. Die steilen, abgebrannten Hänge bergen die Gefahr von Wasser- und Schlammlawinen.

Bis auf Weiteres wurde der Zugang zu dem betroffenen Gebiet gesperrt, weshalb auch die Wanderung zur „Mondlandschaft“ auf dem Wanderweg PR-TF 72 von Vilaflor aus derzeit nicht möglich ist.




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