Vertuschungsskandal auf La Palma


Beamter der Guardia Civil beschuldigt Vorgesetzte

Das Gericht in Los Llanos de Aridane untersucht derzeit einen Fall, bei dem es zur Vertuschung von Bausünden gekommen sein soll.

Ein Beamter von „Seprona“, das ist die Umweltschutzabteilung der Guardia Civil, hatte im Juli 2008 einen Bauunternehmer wegen Verstößen gegen die Bauvorschriften angezeigt. Darauf hin habe man ihm seitens seiner Vorgesetzten „empfohlen“, den Fall nicht weiter zu verfolgen. Der Beamte hingegen nahm die Zurückhaltung seiner Behörde nicht hin und brachte den Fall noch einmal zur Anzeige, wobei er hinzufügte, dass er und seine Familie bedroht worden seien. Der Bauunternehmer habe ihm sogar damit gedroht, einen südamerikanischen Auftragsmörder auf ihn anzusetzen, falls er keine Ruhe gebe. Diese Aussagen wurden von einer Angestellten der Baufirma bestätigt. Der Beamte sei zwar von seinen Kollegen unterstützt worden, sei aber dennoch kurz davor gewesen, den Dienst zu quittieren.

Wie der Sekretär der Gewerkschaft der Guardia Civil, Manuel Mato, zu dem Fall mitteilte, gibt es offenbar mehrere Hinweise auf enge Verbindungen zwischen dem Bauunternehmer und den beschuldigten Chefs der Guardia Civil. So seien sie zu Ausflügen auf die Yacht des Unternehmers eingeladen gewesen, hätten dessen Bodega für private Feste genutzt, und einer von ihnen habe von ihm eine Wohnung vermutlich 40.000 Euro unter dem Marktpreis erworben.

Die Kommandantur der Guardia Civil in Santa Cruz de La Palma kommentierte den Fall dahingehend, dass der Beamte eine „sehr eigenwillige Interpretation“ der Fakten habe und es bisher noch keinen Beschuldigten gäbe. Derzeit warte man auf den Abschluss der Voruntersuchungen und den Bericht des Staatsanwaltes.




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