Versuchskaninchen für besseren Grenzschutz


Die Europäische Union wird auf den Kanaren und auf Malta ein neues maritimes Grenzschutzsystem testen lassen

Die Kanarischen Inseln und Malta sollen als Schauplätze für die ersten Testversuche eines mit EU-Geldern finanzierten neuen maritimen Grenzschutzsystems dienen. Dieses System besteht unter anderem aus Kameras und Hydrophonen, die, an Ozean-Bojen angebracht, möglichst frühzeitig Alarm schlagen sollen, um verdächtige Schiffe aufzuspüren, die womöglich im Menschen-, Drogen- oder Waffenhandel im Einsatz sind.

Die Testzeit des Prototyps beträgt vorerst 42 Monate und man verfügt über ein großzügiges Budget, da die Verbesserung des maritimen Grenzschutzes zu einer der Prioritäten der EU-Behörden erklärt wurde. Knapp vier Millionen Euro wurden demnach für die Testphase freigegeben.

Die Kanaren und Malta wur­den dabei als Schauplätze ausgesucht, da sie sich im Hinblick auf den illegalen Handel über den Seeweg an besonders kritischen Stellen im Atlantik bzw. im Mittelmeer befinden.

Wie in diesem Zusammenhang erklärt wurde, liegt der Schwerpunkt der Testphase in der Entwicklung technischer Mittel zur Verbesserung der Sicherheit der Bürger, die von den Auswirkungen von Menschenschlepperei sowie Waffen- und Drogenhandel am meisten bedroht sind. Es handle sich also um ein zu „100% ziviles Vorhaben“.

Natürlich biete die Technologie allein keine Lösung zur Kontrolle der illegalen Immigration, da hierbei hauptsächlich die Politik gefragt sei. Sie sei jedoch durchaus hilfreich, um Meeresgebiete zumindest unter „ständiger Überwachung“ halten zu können.

Das Grenzschutzsystem, das bereits im März dieses Jahres in Gang gekommen ist, wird von dem deutschen Unternehmen Carl Zeiss Optronics entwickelt.

Es wird davon ausgegangen, dass die Testphase des Prototyps mindestens drei Jahre in Anspruch nehmen wird und frühestens dann mit einem Sys­tem zu rechnen ist, das auch vermarktet werden kann.

An der Entwicklung beteiligen sich weiter die kanarische Agentur für Innovation, Forschung und Information (Acsiisi), die zum kanarischen Insti-tut für Meereswissenschaften (ICCM) gehört, die Universität von Las Palmas de Gran Canaria, sowie verschiedene Behörden aus Ländern wie Großbritannien, Malta, Polen, Tschechien, Norwegen und Deutschland.




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