Unwetter bescherte zu Weihnachten ein Desaster


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Schäden auf La Palma und Gran Canaria

Viele Bürger im Süden La Palmas haben ein dramatisches Weihnachtsfest hinter sich. Eine Schlechtwetterfront, die am 23. Dezember im Süden der Insel sintflutartige Regenfälle niedergehen ließ, sorgte für ein Desaster. Die bereits von den Waldbränden am 1. August 2009 stark betroffenen Gemeinden Fuencaliente und Mazo erlebten erneut die Gewalt der Natur, diesmal in Form von Regen.

Doch nicht nur die Wassermassen an sich waren schuld daran, dass Häuser unter Wasser gesetzt oder von Geröll verschüttet wurden. Die Regenerosion mit der Folge von schweren Erdrutschen war mit durch das Feuer im letzten Sommer bedingt. Bedroht waren Häuser und geparkte Fahrzeuge im Ortsteil Montes de Luna in Mazo und in La Fajana in Fuencaliente. Zahlreiche Bewohner mussten aus Sicherheitsgründen evakuiert werden und standen später hilflos vor ihren von Schlamm und Geröll teils verschütteten Heimen.

Das Unwetter richtete aber auch schwere Schäden an öffentlichen Infrastrukturen an. Löcher wurden in Straßen gerissen und Felsbrocken stürzten auf die Fahrbahnen. Die Regenmassen schwemmten tonnenweise Steine und Schlamm an.

Die Gemeinde Fuencaliente schickte Tage nach dem Unwetter einen Lage- und Schadensbericht an das Cabildo der Insel, in dem die Rede von Schäden in Höhe von geschätzten 20 Millionen Euro war. Allein an den öffentlichen Infrastrukturen und Bananen-Fincas seien an den Unwettertagen 22., 23. und 24. Dezember 2009 Schäden in Höhe von 10 Millionen Euro entstanden.

Die Auswirkungen von Wind und Regen waren auf ganz La Palma zu spüren. Rund 40.000 Einwohner waren zeitweise ohne Strom. Auch Hafen und Flughafen mussten gesperrt werden.

Den Anwohnern der Ortschaft Tasarte im Westen Gran Canarias wird der Heilige Abend 2009 ebenso als schlimmes Erlebnis im Gedächtnis bleiben, denn auch hier richtete das Unwetter schwere Verwüstungen an. Mehrere Häuser wurden von Schlamm und Felsbrocken fast komplett zerstört. Der kanarische Regierungschef Paulino Rivero besuchte den betroffenen Ort und versprach Hilfe. Jeder Anwohner von Tasarte, der Eigentum verloren hat, soll 8.500 Euro erhalten, für beschädigte Fahrzeuge oder Geschäfte will die kanarische Regierung 6.000 Euro zahlen.




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