Unternehmer mit 8 Schüssen getötet


Spurensicherung am Schauplatz des Mordes. Foto: EFE

Die Mörder flohen in einem gestohlenen Auto, das sie kurz darauf in Brand steckten

Teneriffa – Am 17. April gegen 22.30 Uhr wurde auf dem Parkplatz der Sprachschule Escuela Oficial de Idiomas im Stadtteil La Verdellada von La Laguna ein Mann in seinem Auto mit acht Schüssen aus einer halbautomatischen Waffe getötet.

Es handelt sich bei dem Getöteten um den 51-jährigen Unternehmer Carlos Machín, der gerade aus einem Sprachkurs kam und sich, ebenso wie die anderen Schüler und Lehrer der Abendkurse, anschickte, nach Hause zu fahren. Als er den Parkplatz verlassen wollte, hielt ein schwarzer Renault Clio neben ihm, und einer der Insassen gab acht Schüsse auf ihn ab.

Machín starb noch am Ort des Attentats in seinem Fahrzeug, einem silbernen Nissan Qashqai. Augenzeugen zufolge sollen sich zwei Männer im Tatfahrzeug befunden haben, die sofort flüchteten. Wenige Minuten nach dem Mord wurde der Renault, der am Tag zuvor aus der Gemeinschaftsgarage eines Apartmenthauses in der Avenida Los Majuelos gestohlen worden war, einen Kilometer entfernt in der Nähe des Museo Ciencia y Cosmos entdeckt, weil die Attentäter ihn in Brand gesetzt hatten, um ihre Spuren zu verwischen. Die Autopsie ergab, dass alle acht Schüsse, die abgegeben wurden, das Opfer auch getroffen haben. Die planvolle Durchführung der Tat lässt vermuten, dass es sich um einen Auftragsmord handeln könnte. Die Polizei sucht die beiden Attentäter, aber auch nach deren mutmaßlichem Auftraggeber, und sie ermittelt im persönlichen und geschäftlichen Umfeld des Opfers nach möglichen Motiven für die Tat.

Carlos Machín stammt von El Hierro und kam mit 15 Jahren nach Teneriffa. Er arbeitete sich vom Kellner zum Geschäftsführer der beiden angesagtesten Nachtklubs von La Laguna hoch, dem Pub „Kapitel“ und der Diskothek „El Palco“. Vor sieben Monaten erst hatte er sich aus dem Nachtleben verabschiedet und war dabei, ein Unternehmen aufzubauen, das Getränkeflaschen aus Recycling-Material herstellt. Dafür baute er geschäftliche Beziehungen nach Afrika auf, und dies war auch der Grund, warum Machín Englischkurse besuchte und sich an dem verhängnisvollen Abend auf dem Parkplatz der Sprachschule befand. Erst kurz zuvor hatte er von Vormittags- zu Abendkursen gewechselt, ein Umstand, der den Tätern, die offenbar seine Gewohnheiten ausspioniert haben, nicht entgangen war.

Carlos Machín wurde vier Tage nach der Tat in seinem Heimatort Isora im Kreis Azofa auf El Hierro beigesetzt. Er hinterlässt eine Frau und drei minderjährige Kinder.




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