Ungerechtigkeit bei den Spritpreisen


Casimiro Curbelo, Inselpräsident von La Gomera, Parteivorsitzender und Sprecher der ASG im Kanarenparlament, forderte die Regierung zur Zahlung ausgleichender Subventionen auf. Foto: ASG

Auf El Hierro bezahlte man 2018 bis zu 14 Cent mehr für einen Liter Benzin

Kanarische Inseln – Die Unterschiede bei den Kraftstoffpreisen zwischen der Provinzhauptinsel Teneriffa und den kleineren Inseln der Provinz La Gomera, La Palma und El Hierro haben sich im letzten Jahr zugespitzt. Besonders extrem war die Lage auf El Hierro, wo die Einwohner im Vergleich zur Insel Teneriffa bis zu 14 Cent mehr für einen Liter Benzin 95, bis zu 8 Cent mehr für einen Liter Benzin 98 und bis zu 16 Cent mehr für einen Liter Diesel bezahlen mussten.

Die Preisunterschiede bei den Treibstoffpreisen sind besonders stark in der westlichen Provinz zwischen der Hauptinsel Teneriffa und den übrigen Inseln ausgeprägt, während sich die Differenz in der östlichen Provinz zwischen der Hauptinsel Gran Canaria und Fuerteventura bzw. Lanzarote in Grenzen hält. Laut dem Wirtschaftsressort der Kanarenregierung erreichten die Kraftstoffpreise auf den meisten Inseln im Oktober ihr absolutes Jahreshoch. In jenem Monat kostete der Liter Benzin 95 auf Teneriffa 1,03 Euro, auf La Palma 1,20 Euro, auf La Gomera 1,22 Euro, auf El Hierro 1,23 Euro. Für den Liter Benzin 98 bezahlte man auf Teneriffa im Oktober 1,17 Euro, auf La Palma 1,27 Euro, auf La Gomera 1,29 Euro und auf El Hierro 1,31 Euro. Der Preis pro Liter Diesel betrug im teuersten Monat des Jahres auf Teneriffa 1,03 Euro, auf La Gomera 1,17 Euro und auf El Hierro 1,23 Euro. Auf La Palma war der Preis mit 1,15 Euro im November am höchsten

Den erheblichen Preisunterschied prangerte Casimiro Curbelo, Cabildo-Präsident von La Gomera und Sprecher der ASG, nun erneut im Regionalparlament an. Dass man nicht auf der Hauptinsel der Provinz, sondern auf einer der kleineren Inseln lebe, dürfe sich nicht auf die Geldbörse auswirken, führte Curbelo an. Er forderte die Regionalregierung auf, durch spezielle Subventionen die Preisunterschiede auszugleichen. Die hohen Treibstoffpreise würden die Unternehmen auf La Gomera, La Palma und El Hierro treffen, die Wettbewerbsfähigkeit beeinflussen und einen nicht hinnehmbaren Nachteil für die Unternehmen der kleinen im Vergleich zu den Unternehmen der größeren Inseln darstellen. Es bestehe keine Chancengleichheit. Die Kanaren würden in zwei Geschwindigkeiten wachsen, so Curbelo im Parlament.

Der Inselpräsident von La Gomera wies darauf hin, dass der Regionalhaushalt für dieses Jahr einen entsprechenden Posten beinhalte – dank eines Antrags seiner Partei –, es fehle nur noch am Willen der Politiker, diese Gelder endlich freizugeben und die Ungerechtigkeit aufzuheben.




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