Umfangreiche Säuberung nach den Riesenwellen


Rund hundert Menschen nahmen an der von FICMEC organisierten Säuberung der Küste teil, bei der eine Tonne von den Wellen angespültes Material eingesammelt wurde. Foto: FICMEC

Die Schäden in Garachico, Tacoronte und La Laguna belaufen sich auf über zwei Millionen Euro

Teneriffa – Nachdem riesige Wellen in der Nacht vom 17. auf den 18. November erhebliche Schäden an der Küste von Garachico, Tacoronte und La Laguna angerichtet hatten (das Wochenblatt berichtete), machten sich die Betroffenen, Mitbürger und die Behörden an die Aufräum- und Säuberungsarbeiten.

Besonders schlimm hatte es Garachico getroffen. Die Gemeinde schätzte in einem ersten Bericht die Schäden an öffentlichem Eigentum auf 865.000 Euro, wobei allein die Instandsetzung des Fußballstadions 350.000 Euro kosten soll. Hier zeigte sich erst an den Tagen danach das Bild der Verwüstung.  Der Rasen und die Umkleideräume müssen komplett erneuert bzw. renoviert werden. Doch besonders schlimm hatte es die an der Küstenstraße, zwischen dem Fußballstadion und dem Bazar Báez, gelegenen Geschäfte, Supermärkte und gastronomischen Betriebe getroffen. Einrichtung und Warenbestand waren zunichtegemacht. Neben den Schäden haben die Unternehmer auch die Einkommensausfälle zu beklagen. Bei den Aufräumarbeiten halfen Säuberungskräfte der Gemeinde und Nachbarn. Trotzdem sind viele Unternehmer verzweifelt. Das Restaurant Mirador de Garachico hat die Initiative „café compañero“ ins Leben gerufen: Der Verkaufserlös des gesamten bis zum 5. Januar ausgegebenen Kaffees geht an die betroffenen Unternehmer. Helfer bekommen selbstverständlich den Kaffee spendiert. Andere Geschäfte haben Spendenbüchsen aufgestellt.

Von der Schnelligkeit und Höhe der Hilfen hängt die Zukunft vieler Unternehmer und ihrer Angestellten ab. Viele hoffen insbesondere auf die Zahlungen des Schadensausgleichs der Versicherungen, die bereits mit der Aufstellung der Schäden begonnen haben.

In La Laguna bezifferte die Gemeinde die Schäden in den Küstengebieten von Bajamar, Tejina, Valle de Guerra und Punta del Hidalgo auf knapp 167.000 Euro. Beschädigt wurden insbesondere die Schwimmbäder, die Kinderspielplätze, das Stadtmobiliar und bestimmte Straßenabschnitte. Tacoronte gab einen Schaden von 335.000 Euro an.

Insgesamt wurden die Schäden an öffentlichem Eigentum mit circa 1,367 Millionen Euro angegeben. Werden die Schäden an privatem Eigentum dazugerechnet, dürften die Riesenwellen von Mitte November Kosten von über zwei Millionen Euro verursacht haben.

Das Cabildo, das umgehend Soforthilfen von 400.000 Euro für die Gemeinden Garachico und Tacoronte versprach, erhöhte seinen Beitrag um weitere 230.000 Euro zur Reparatur der Küstenstraße TF-42 auf ihrem Verlauf durch Garachico (150.000 Euro) und der Abwasserpumpanlage des Meeresschwimmbades (77.000 Euro).

Die Regionalregierung sagte Soforthilfen zu, die umgehend an die betroffenen Gemeinden überwiesen werden sollen.

Eine Tonne Unrat

Die Veranstalter des Internationalen Umweltfilmfestivals FICMEC, das von Ende Mai bis Anfang Juni in Garachico ausgetragen wurde, organisierte spontan eine Reinigungsaktion der Küste Garachicos, nachdem die Brandung viele Gegenstände, Material und Unrat an das Ufer geschwemmt hatte. Rund hundert Personen nahmen teil, darunter auch Taucher. Organisationen und Vereine hatten aufgerufen, und viele waren dem Ruf gefolgt. FICMEC gab später bekannt, dass auch überraschend viele Kinder und Jugendliche tatkräftige Hilfe leisteten. Mehr als eine Tonne Schrott kam zusammen.

Gebäude evakuiert

Als man das Schlimmste vorüber glaubte, entdeckte ein Bauarbeiter im von den Wellen überfluteten Gebäude Tomé Cano an der Uferstraße von Garachico eine vom Wasser stark beschädigte tragende Säule. Der Beton hatte sich an einer Seite fast komplett gelöst, der rostende Stahl lag völlig frei. Umgehend ordneten die Experten die Evakuierung der 19 Wohnungen an. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich 15 Personen in dem Wohnhaus. Alle Bewohner wurden bei Freunden oder Familienangehörigen untergebracht, wenn sie nicht selber über eine andere Wohnmöglichkeit verfügten. Nur in einem Fall musste die Gemeinde für eine Bleibe sorgen.

Bei näherer Untersuchung des Gebäudes stießen die Experten auf weitere beschädigte Säulen. Diese Schäden sollen auf früheren Überschwemmungen beruhen. Es wurden provisorische Stützen aufgestellt. Später gab Bürgermeister José Heriberto González bekannt, dass praktisch alle Säulen angegriffen seien und eine umfangreiche Sanierung dringend nötig sei. Die Eigentümergemeinschaft muss nun Angebote einholen, um die Reparatur vornehmen zu lassen. Es handele sich um eine kostspielige Angelegenheit, die jedoch in wenigen Monaten abgeschlossen sein werde. Bis dahin werde das Gebäude abgesperrt, erklärte der Bürgermeister

Die Gemeinde hat die städtischen Experten beauftragt, auch die Struktur der anderen Gebäude, in die das Wasser eingedrungen ist, zu überprüfen.




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