Überlebenskampf im sinkenden Helikopter


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Dank der aufwendigen Bergung konnten die vier verunglückten Rettungsflieger würdig bestattet werden

Als Mitte März bei einer nächtlichen Rettungsübung ein Hubschrauber mit seiner fünfköpfigen Crew ins Meer stürzte und vier der Besatzungsmitglieder mit sich in die Tiefe zog, konnte noch niemand sagen, ob es je möglich sein würde, sie zu bergen (das Wochenblatt berichtete).

Erst später wurde bekannt, wie nah auch das fünfte Besatzungsmitglied, der von Gran Canaria stammende 26-jährige Flugzeugmechaniker Jhonander Ojeda, daran gewesen war, mit seinen Kameraden auf dem Meeresgrund zu enden. Er war nicht, wie zunächst angenommen, schon vor dem Aufprall auf der Wasseroberfläche aus dem Helikopter hinausgekommen, sondern wurde ebenfalls im Inneren der Kabine unter Wasser eingeschlossen. Es gelang ihm jedoch nach minutenlangem Kampf, mit Fäusten und Kopfstößen eines der Bullaugen herauszuschlagen und so hinaus und zurück an die Oberfläche zu gelangen. Dort wurde er wenig später von dem an der Übung beteiligten Rettungsschiff entdeckt und an Bord genommen. Bei der Trauerfeier für seine Kameraden waren die Wunden, die er sich bei diesem Überlebenskampf an der Stirn zugezogen hat, noch sichtbar.

In die Suche nach seinen toten Kameraden investierte das Verteidigungsministerium über drei Millionen Euro. Dem Bergungsunternehmen Phoenix International gelang es schließlich mit Hilfe eines ferngesteuerten Tauchroboters, das Wrack mit den vier Crewmitgliedern darin 30 Seemeilen südöstlich von Fuerteventura in 2.362 Metern Tiefe zu finden. Bei der anschließenden Hebung der Kabine zerbrach diese, und es konnten zunächst nur zwei der Toten heraufgeholt und zur Autopsie nach Las Palmas gebracht werden. Später gelang es, auch die Leichen der beiden anderen Rettungsflieger zumindest teilweise zu bergen. Nachdem die Identifizierung abgeschlossen war, wurde auf dem Luftstützpunkt Gando eine Trauerfeier mit den Familien und Kameraden der Opfer abgehalten, bei der auch Kanarenpräsident Rivero und Verteidigungsminister Pedro Morenés zugegen waren. Der Minister verlieh Flugkapitän Daniel Pena Valiño, den Leutnants Carmen Ortega Cortés und Sebastián Ruiz Galván sowie dem Flugzeugmechaniker Unteroffizier Carlos Caramanzana Álvarez posthum das Flieger-Verdienstkreuz in Gelb.




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