Über 31% der Canarios leben unter der Armutsgrenze


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Rotes Kreuz und Caritas teilten 2011 bis zu 70% mehr Lebensmittel an die notleidende Bevölkerung aus

Im Juni stellten das Rote Kreuz auf den Kanarischen Inseln und Caritas Teneriffa ihre Jahresberichte für 2011 vor. Die erschreckenden Zahlen geben einen Eindruck vom Ausmaß der sozialen Krise, die sich derzeit in ganz Spanien abspielt.

Denn während in Madrid über Bankenrettung gesprochen wird, verschlimmert die anhaltende Rezession die Lage landesweit. Nach vier Jahren Wirtschaftskrise ist für viele Arbeitsuchende, die nun noch schwerer eine Stelle finden, die zwei Jahre andauernde staatliche Unterstützung ausgelaufen. Viele Menschen verlieren nicht nur ihr Zuhause sondern haben auch kein Geld mehr für Lebensmittel.

Alejo Ramón Trujillo, bis dato Präsident des Roten Kreuzes auf den Kanaren (Trujillo trat nach der Präsentation von seinem Amt zurück), stellte Anfang Juni den Jahresbericht 2011 vor.

Demnach leistete das Rote Kreuz im vergangenen Jahr 46.500 Menschen auf den Kanarischen Inseln irgendeine Art von Hilfe, 11% mehr als noch 2010. Das Rote Kreuz verteilte mehr als 7,5 Millionen kg Lebensmittel, Schulmaterial im Wert von 14.000 Euro, Kleidung und finanzielle Hilfen.

Die Organisation verstärkte ihr Aktionsprogramm im Kampf gegen die Armut und unterstützte besonders schwache Bevölkerungsgruppen wie Senioren, Behinderte und Immigranten.

Umso mehr freute sich Trujillo, dass im vergangenen Jahr das Rote Kreuz mehr als 2.700 neue Mitglieder auf den Kanaren verzeichnete.

Kurz darauf stellte auch Caritas Teneriffa den Jahresbericht 2011 vor. Die der katholischen Kirche angehörende Hilfsorganisation betreute im vergangenen Jahr 55.531 Canarios und versorgte diese insbesondere mit Nahrungsmitteln und Unterkunft, bot Weiterbildungskurse und Arbeit.

Aus dem Bericht von Caritas geht außerdem hervor, dass die Kanarischen Inseln im vergangenen Jahr den zweiten Platz unter den ärmsten Regionen des Landes einnahmen. Über 31% der Canarios lebten unter der Armutsgrenze, davon sind über ein Drittel Kinder. Laut Caritas waren 40% der hilfesuchenden Familien aufgrund der politischen Krisenbewältigung in eine derart schlimme Situation geraten.

Das typische Profil des bei Caritas Vorsprechenden war Folgendes: Männer und Frauen auf der Suche nach Beratung und/oder Hilfe sozialer Art, langzeitarbeitslos, mit wenig Hoffnung auf Unterstützung durch die Behörden; Personen mit dem Bedürfnis, angehört und nicht mit Gleichgültigkeit behandelt zu werden.




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