Trümmerteil des Flugzeugunglücks von 1977 gefunden


Das Flugzeugbauteil aus abgereichertem Uran stammt aus einer der Unglücks­maschinen von 1977 und wurde beim Säubern ei­nes verwilderten Gartens gefunden. Foto: EFE

Das Metallteil wurde auf einem Grundstück in La Laguna gefunden und stammt von einer der Boeings 747, die damals kollidierten

Teneriffa – In einem verwilderten Gemüsegarten im Camino La Rúa in La Laguna, etwa vier Kilometer vom Flughafen Los Rodeos entfernt, ist beim Unkrautentfernen ein ungewöhnliches Metallteil entdeckt worden, auf dem die Worte UNAUTHORIZED ALTERATIONS PROHIBITED eingeprägt sind. Das Stück ist trotz seiner geringen Größe von etwa fünfzig Zentimetern sehr schwer, was den Mieter des Grundstücks annehmen ließ, dass es möglicherweise aus einem gesundheitsschädlichen Material gefertigt sein könnte. Deshalb verständigte er über die Notrufnummer 112 die Behörden, welche vorsichtshalber nach dem Plan für radiologische Notfälle (Radican) vorgingen. Erste Messungen ergaben eine leichte Radioaktivität des rätselhaften Gegenstandes, und obwohl die Werte äußerst gering ausfielen, wurde zunächst auch das Nachbarhaus evakuiert und der Nuklearsicherheitsrat informiert.

Wie sich herausstellte, handelt es sich bei dem Fundstück tatsächlich um Teil einer der beiden Boeings 747, die am 27. März 1977 auf dem nebelverhangenen Rollfeld des Flughafens Los Rodeos kollidierten und 583 der 644 Insassen in den Tod rissen. Es diente als Gegengewicht an den Höhenrudern der Flugzeuge und besteht aus abgereichertem Uran. Ab 1981 ersetzte Boeing das Material durch das ebenfalls sehr schwere Wolfram.

Ein Fachmann des kanarischen Industrieministeriums, der vom Nuklearsicherheitsrat dazu autorisiert wurde, begutachtete das Fundstück schließlich vor Ort und kam zu dem Schluss, dass es keine Gefahr für die Bevölkerung darstellt.

Wie das Flugzeugteil an den Fundort, vier Kilometer von der Unfallstelle entfernt, gelangen konnte, ist unklar. Man geht davon aus, dass es unerlaubt von dort entfernt wurde. Nachbarn erinnern sich, dass das Haus, zu welchem das fragliche Grundstück gehört, früher einmal einem Feuerwehrmann gehört hat.

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