Trockenheit verdirbt die Zwiebelernte


Zwiebelanbau auf Lanzarote (Archivbild). Foto: Cabildo de lanzarote

Zum ersten Mal in der Geschichte Lanzarotes fällt der Ertrag komplett aus, und auch der Kartoffel- und Weinanbau hat zu leiden

Lanzarote – Die Landwirte von Lanzarote haben sehr unter der Trockenheit zu leiden. Verteilt über das Winterhalbjahr fallen dort normalerweise um die 400 bis 450 Liter Regen pro Quadratmeter, doch in diesem Jahr waren es nur 150 Liter, hauptsächlich konzentriert auf den Oktober und November.

Dies hat dazu geführt, dass die Zwiebelernte dieses Jahr, zum ersten Mal in der Geschichte der Insel, komplett ausfällt. Ein nie dagewesenes Ereignis in der insularen landwirtschaftlichen Produktion, die in den Achtzigerjahren bis zu 25.000 Tonnen Zwiebeln hervorbrachte.

Der Niedergang dieses einst sehr erfolgreichen Lanzaroter Produktes ist jedoch nicht nur der Trockenheit geschuldet. Ein Mangel an Voraussicht, auf die genetische Reinhaltung der auf Lanzarote bevorzugt angebauten Sorte „Grano de Oro“ zu achten, hat dazu geführt, dass diese über die Jahre an Qualität eingebüßt hat und die Nachfrage zurückging.

Dagegen konnte die Knoblauchernte gerettet werden. Sie wird auf etwa 85 Tonnen geschätzt. Da der Knoblauch im September, und nicht wie die Zwiebel im Dezember, angepflanzt wird, konnten diese Pflanzungen von den wenigen Regenfällen, die es gegeben hat, profitieren.

Andere Produkte, wie Kartoffeln und Wein, werden dagegen sehr wohl durch die Trockenheit beeinträchtigt. Die Landwirte erwarten, dass die Ernten nur halb so groß ausfallen werden wie im Vorjahr 2018. Beim Wein werden für 2019 etwa 2.000 Tonnen erwartet. Demgegenüber stehen die 4.000 Tonnen des letzten Jahres – damals das beste Ergebnis in mehreren Jahrzehnten.

Auch die Viehwirtschaft hat unter dem Regenmangel zu leiden, weil die Weidegründe vertrocknet sind. Dadurch haben die Bauern höhere Unkosten, weil sie Alfalfa und Stroh, das vom spanischen Festland eingeführt wird, zufüttern müssen.

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