Träume vom Paradies


Dokumentarfilm soll den Menschen in Afrika die traurige Wahrheit des Immigrationsdramas vor Augen führen

Warum wagen immer noch und scheinbar immer mehr Menschen aus Afrika die gefährliche Fahrt über den Atlantik, wenn sie bei uns doch nur in einem Auffanglager landen und anschließend wieder in ihre Heimatländer zurückgeschickt werden?

Diese Frage mag man sich stellen, wenn man einen korrekten Eindruck von der Wirklichkeit hat. Doch die Menschen in Afrika kennen diese Realität nicht. Sie haben falsche Vorstellungen von dem, was sie erwartet, denn sie träumen vom Paradies.

Um die illegale Immigration an ihren Ursprüngen zu bekämpfen und den Menschen die Wahrheit vor Augen zu führen, sind jetzt Vertreter der kanarisch-guineischen Hilfsorganisation Nimba nach Guinea Conakry gereist. „Bewaffnet“ mit einem Dokumentarfilm wollen sie die Menschen aufklären. Der Film mit dem Titel „Europa: Paradies oder Fata Morgana“ zeigt einerseits die Risiken, die eine Reise ins vermeintliche Paradies birgt, und beschreibt andererseits die Unmöglichkeit, als illegaler Einwanderer eine Arbeit zu finden, weil dies durch die europäische Gesetzgebung verhindert wird.

Gleichzeitig haben Chus Barrera und Alicia Fernández, Regisseurin und Drehbuchautorin des Dokumentarfilms, vor Ort gefilmt, um in Europa anhand einer zweiten Dokumentation zu verdeutlichen, wie wenig die Menschen in Afrika über das Schicksal der Immigranten wissen. „Sie gehen davon aus, dass jeder eine Arbeit findet, und wenn er sich auch nach Jahren nicht meldet, denkt die Familie einfach, es geht ihm zu gut und er hat sie vergessen…“, erklärt die Konsulin von Guinea, Alicia Navarro. „Außerdem glauben sie, dass in Europa alle Welt französisch spricht und es Arbeit für jedermann gibt“, fügt sie hinzu. Erst durch den Dokumentarfilm haben viele Familien erfahren, dass die Immigrantenboote oft kentern und die Insassen ertrinken.

Die Hilfsorganisation Nimba bekämpft die illegale Zuwanderung in den Herkunftsländern. In Guinea hat die NGO Arbeitsplätze geschaffen in dem sie Handarbeitswerkstätten und Bildungsstätten für Frauen eingerichtet hat.




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