Tourismusbranche bereitet „Reset“ unter neuen Bedingungen vor

Die kanarische Tourismusministerin Yaiza Castilla rechnet nicht mit einer „Normalisierung“ der Tourismusbranche vor einem Zeitraum von 18 Monaten. Foto: Gobierno de Canarias

Die kanarische Tourismusministerin Yaiza Castilla rechnet nicht mit einer „Normalisierung“ der Tourismusbranche vor einem Zeitraum von 18 Monaten. Foto: Gobierno de Canarias

Reisen nach Corona: Kanarische Tourismusministerin drängt auf Subventionen, um die Branche auf die Veränderungen vorzubereiten

Kanarische Inseln – Für die Kanarischen Inseln und ihren Wirtschaftsmotor Tourismus ist der Lockdown verheerend. Die Auswirkungen sind noch nicht absehbar, zumal noch nicht einmal feststeht, wann die Urlaubsgebiete wieder Touristen empfangen dürfen. Für diesen Zeitpunkt will das regionale Tourismusministerium jetzt aber schon die notwendigen Vorbereitungen treffen.
Die kanarische Tourismusministerin Yaiza Castilla hat die Branche aufgerufen, die Zeit des Stillstands sinnvoll zu nutzen und Protokolle, Maßnahmen und Ausrüstungen dahingehend zu aktualisieren und zu modernisieren, dass Schutz und Sicherheit vor Covid-19 in Zukunft auf der gesamten Wertkette des Tourismus gewährleistet werden können. Je früher dies geschehe, so hofft sie, desto früher könne das Urlaubsziel Islas Canarias reaktiviert werden. Das regionale Tourismusministerium will jetzt die Grundlage schaffen, um die Kanarischen Inseln, was die Sicherheit vor Covid-19 im Tourismus angeht, weltweit an die Spitze zu setzen. Dass dies nicht ohne die Unterstützung höherer Stellen und finanzielle Zuschüsse möglich sein wird, ist klar. Deshalb fordert Yaiza Castilla Subventionen für Unternehmen, vor allem für Mittel-, Klein- und Mikrounternehmen, um die notwendigen Aktualisierungen und Modernisierungen in Sachen Sicherheit vornehmen zu können.

Der Strand Las Vistas in Los Cristianos am Karfreitag. Wann die Urlauber zurückkehren werden, ist weiter ungewiss. Foto: EFE
Der Strand Las Vistas in Los Cristianos am Karfreitag. Wann die Urlauber zurückkehren werden, ist weiter ungewiss. Foto: EFE

Yaiza Castilla teilte mit, dass bereits von übernationalen Institutionen wie der WHO aus damit begonnen wurde, den Tourismussektor auf die Zeit nach der Ausgangssperre vorzubereiten, was mit neuen Sicherheitsstandards einhergehe. Die Institutionen müssten nun beweisen, dass sie der Herausforderung gewachsen sind, und gezielte finanzielle Anreize für den Privatsektor bieten, damit die notwendigen Investitionen in der Reise- und Hotelbranche getätigt werden. Der Tourismus sei zweifellos der am schlimmsten von der weltweiten Corona-Krise betroffene Wirtschaftssektor, gab Castilla zu bedenken. Erschwerend komme hinzu, dass die Zahl der Beschäftigten in der Reise- und Tourismusbranche besonders hoch sei – alles Arbeitsplätze, die in diesen Zeiten bedroht seien.
Bei der kanarischen Regierung herrscht die Überzeugung, dass die hohe Abhängigkeit der Inseln vom Tourismus eine umgehende Neuordnung aller Prozesse erfordert, die mit dem Tourismusgewerbe zusammenhängen. Zentrale Themen sind dabei die Sicherheitsfrage, was die Gesundheit angeht, und die Veränderungen, die das neue Reiseverhalten für die Branche bringt.
„Wir müssen bedenken, dass es eine lange Zeit dauern wird, bis eine Impfung weltweit verfügbar oder der Großteil der Bevölkerung immun ist; so wird die Normalität rund um das Reisen wohl frühestens in 18 Monaten wieder einkehren“, befürchtet Yaiza Castilla, und fügt hinzu, dass alles darauf hindeute, dass das Reisepanorama in der Zukunft ein anderes sein wird.
Vor diesem Hintergrund fordert das kanarische Tourismusministerium ein dringend erforderliches Hilfspaket in Höhe von mindestens 20 Millionen Euro für die kleinen und mittleren Unternehmen, damit diese ihre Arbeitsprozesse und Einrichtungen den neuen Gegebenheiten anpassen können. Davon betroffen sind nicht nur Hotels, sondern auch Transportunternehmen und Freizeitbetriebe, um nur einige zu nennen.

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