Titsa feiert 40-jähriges Jubiläum


Einer der ersten Titsa-Busse steht derzeit in der Busbahnhofshalle in Santa Cruz. Im Rahmen einer Ausstellung erfährt der Besucher interessante Details der 40-jährigen Geschichte des öffentlichen Busunternehmens. Foto: Moisés Pérez Pérez

Die Ausstellung „Titsa, eine nicht aufzuhaltende Reise“ kann bis Mai in der Busbahnhofshalle besichtigt werden

Teneriffa – „Dieses Unternehmen ist durch die Anstrengungen seiner Mitarbeiter aufgebaut worden.“ Mit diesen Worten leitete Cabildo-Präsident Carlos Alonso am 12. Januar, dem Tag des 40-jährigen Jubiläums des inseleigenen Busunternehmens Titsa, die Eröffnung einer Ausstellung über die Geschichte des Unternehmens im Busbahnhof von Santa Cruz ein.

Im Rahmen der Ausstellung, die bis Mai besucht werden kann, können zwei Busse im Inneren der Busbahnhofshalle in Augenschein genommen werden, die sinnbildlich für die technologische Evolution des Unternehmens in seiner 40-jährigen Geschichte stehen. Am ersten Tag schwelgten viele der älteren Anwesenden nach dem Einstieg in den restaurierten Mercedes-Bus mit Kennzeichen TF-65084 (noch ohne zusätzlichem Buchstaben) beim Anblick des großen Lenkrades, des Ticketautomaten oder der roten Lederbänke in Nostalgie. Dahinter steht der junge, grüne Nachfolger mit 6-Gang-Getriebe, ein umweltfreundlicher Hybridbus mit behindertengerechtem Einstieg und USB-Anschlüssen für die Fahrgäste.

Die Ausstellung von Fotos und repräsentativen Objekten wie beispielsweise alten Uniformen, ist in mehrere Abschnitte geteilt, um den Gästen einen Blick auf die Geschichte des Unternehmens zu verschaffen. In einem Video sind Berichte ehemaliger Mitarbeiter und Kunden über die Bedeutung von Titsa und den Beitrag des Unternehmens für Gesellschaft und Entwicklung der Insel zusammengefasst.

Entstanden während des Übergangs zur Demokratie

Im Jahr 1942 wurde Transportes de Tenerife S.L. von der Familie Oramas gegründet. Das führende Bustransportunternehmen Teneriffas geriet 1975 in die Krise, als die Eigentümerfamilie Oramas die Aushandlung neuer Tarifverträge mit den Angestellten ablehnte. Es folgten Jahre der Demonstrationen und bis zu hundert Tage dauernden Streiks, bis das Unternehmen zu Beginn des Jahres 1978 Konkurs anmeldete. Am 12. Januar 1978 übernahm der Staat zu 85% das Pleite-Unternehmen, um den Bustransport auf Teneriffa zu garantieren; die restlichen 15% gingen an die Inselverwaltung. Im Jahr 1986 übernahm die Kanarenregierung alle Titsa-Aktien. Zu diesem Zeitpunkt führte Titsa den Großteil des Überlandverkehrs durch; nur noch wenige private Unternehmen deckten kleinere Routen ab. Nach und nach übernahm das Cabildo einen wachsenden Anteil an Aktien, bis Titsa im Jahr 2007 vollständig an die Inselverwaltung überging.

Unternehmenspolitik

In diesen 40 Jahren hat sich das Unternehmen zum Ziel gemacht, die Bevölkerung an möglichst viele Orte zu befördern und ein Netz zu schaffen, das alle Zonen abdeckt. Auch förderte das Unternehmen als eines der ersten die Anstellung von Frauen.

Heute arbeiten mehr als 1.500 Angestellte bei Titsa, womit es sich um einen der größten Arbeitgeber auf den Kanaren handelt. Titsa verfügt über eine Flotte von 524 Bussen. Täglich werden 120.000 Fahrgäste befördert und 90.000 km gefahren. Heutzutage kann fast jeder Punkt auf der Insel mit einem öffentlichen Titsa-Bus erreicht werden. Im vergangenen Jahr transportierte Titsa knapp 36 Millionen Passagiere – 5,4% mehr als im Vorjahr.

Die Firmenpolitik basiert auf mehreren Schwerpunkten: Die Einrichtung eines möglichst kompletten Anbindungsnetzes, die Anpassung der Linien und Frequenzen an die Bedürfnisse der Einwohner, unter anderem auch bei Festivitäten wie beispielsweise dem Karneval, die Förderung von Barrierefreiheit und der Einsatz für mehr Umweltschutz. Dementsprechend sind 298 Busse bzw. 57% der Flotte zugänglich für behinderte Personen. Auch wurde infolge der Flottenerneuerung eine Einsparung von 108.000 Litern Diesel und eine Reduzierung des Kohlenstoffdioxidausstoßes um 270 Tonnen im Jahr erreicht.

Darüber hinaus setzt Titsa auf die moderne Entwicklung und die Möglichkeiten der neuen Technologien wie ein Ortungssystem, welches die genaue Standortbestimmung aller Fahrzeuge jederzeit ermöglicht. Als weitere technologische Neuerung wird in Kürze die Contactless-Karte „tenmás“ eingeführt, die den Bonobus ablösen wird.

In Zukunft will sich Titsa weiter für die Förderung und Stärkung des öffentlichen Bustransportes durch den Bau von Busfahrspuren, die einen zuverlässigen, flüssigen und pünktlichen Transport ermöglichen, einsetzen.

„Historischische Errungenschaften“

Miguel Becerra, Direktor für Transport und Mobilität, wies bei der Eröffnung der Ausstellung, zu der diverse Politiker und Vertreter des Busunternehmens geladen waren, darauf hin, dass das 40-jährige Jubiläum von Titsa mit dem 40-jährigen Jubiläum der spanischen Demokratie praktisch zusammenfalle. Die Geschichte des Unternehmens sei mit dem Wandel zur Demokratie und dem Kampf für mehr soziale Rechte eng verknüpft, so der Cabildo-Vertreter. Becerra wies auf die Rolle von Inselpräsident Carlos Alonso hin, dem es zu verdanken sei, dass während der Krise kein Arbeitsplatz bei Titsa verloren gegangen sei. Titsa-Geschäftsführer Jacobo Kalitovics gab nähere Details zu der Ausstellung bekannt, die bis Mai in der Busbahnhofshalle in Santa Cruz besichtigt werden kann, und an „historische Errungenschaften“ wie die Klingel der Haltewunschtaste oder die USB-Stecker erinnert. Virgilio Gómez, Präsident des Betriebsrates und einer der langjährigsten Mitarbeiter, wies auf die Arbeit vieler Jahre hin, deren Ergebnis die heutige Titsa sei.




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