Termitenplage: Bekämpfung kann Jahre dauern


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Tacoronte ergreift Maßnahmen, um der aus Amerika stammenden Gelbfüßigen Bodentermite Herr zu werden

Teneriffa – Angesichts einer Termitenplage, die vor eineinhalb Jahren in Tacoronte offenbar geworden ist, und sich nach La Laguna und Arona ausgebreitet hat, ergreifen die Behörden nun Maßnahmen. Das Ayuntamiento von Tacoronte arbeitet in dieser Sache mit dem Biologen David Hernández und dem Schädlingsbekämpfungsunternehmen Apinsa zusammen. Die aus Nordamerika stammenden Termiten sollen durch das Auslegen von Ködern, deren Wirkstoffe die Entwicklung der Larven stören, ausgerottet werden. Nach Ansicht der Experten wird es mindestens vier bis fünf Jahre dauern, bis die Plage wieder verschwunden ist.

In Tacoronte sind mittlerweile zahlreiche Häuser, aber auch Holzpfosten, Bäume und eine Weinanpflanzung in der Gegend um Juan Fernández, Tagoro, El Pris und Puerto de la Madera von der besonders gefräßigen und destruktiven Gelbfüßigen Bodentermite (Reticulitermes flavipes) befallen. Auch im benachbarten Valle de Guerra (La Laguna) haben sich die Schädlinge eingenistet und sind, vermutlich durch die Lieferung einiger Pflanzen aus dieser Gegend, auch in die Gartenanlage eines Einkaufszentrums in Los Cristianos (Arona) gelangt.

Das Ayuntamiento von Tacoronte wird nun zunächst 200.000 Euro bereitstellen, um den Eigentümern der befallenen Häuser zu helfen. Bei Bedarf soll diese Summe noch erhöht werden. Parallel dazu wird die Stadtverwaltung den Termitenbefall im öffentlichen Raum angehen, Köder zur Bekämpfung der Termitenkolonien platzieren und feststellen lassen, wohin und wie weit sich die Plage schon ausgebreitet hat, und wie viele Häuser schon befallen bzw. von Befall bedroht sind. Außerdem soll eine Informationskampagne gestartet werden und eine Kommission aus Vertretern aller politischen Gruppen der Stadtverwaltung und Anwohnern die Maßnahmen überwachen.

Die Stadtverwaltung von La Laguna ihrerseits hat sich an die Kanarenregierung gewandt, damit das regionale Umwelt- und das Landwirtschaftsministerium sich der Plage annimmt, da diese sich gemeindeübergreifend entwickelt.

Die Gelbfüßige Bodentermite stammt aus dem Osten Nordamerikas und gilt als diejenige Termitenart, welche weltweit den größten materiellen Schaden anrichtet. Sie ist wesentlich problematischer als andere Termitenarten, die es auf der Insel gibt. Dies ist einer der Gründe dafür, dass das Ausmaß der Bedrohung, welche die invasive Termitenart darstellt, zunächst unterschätzt wurde.




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