Teneriffas älteste Touristin ist 108


Foto: moisés pérez

Seit den 30er Jahren besucht Charlotte Feigel aus Ettlingen in Baden-Württemberg Puerto de la Cruz

Teneriffa – Charlotte Feigel besucht Teneriffa schon seit über 80 Jahren regelmäßig. Sie kann wohl getrost zur ältesten Urlauberin der Insel erklärt werden, denn die betagte aber rüstige Dame ist auch mit über hundert Jahren noch regelmäßiger Gast in Puerto de la Cruz. Über Jahrzehnte feierte sie regelmäßig ihren Geburstag im Dezember in ihrem Feriendomizil im Norden der Insel. Hätte der Tourismusförderungsverband sie bei seiner Auszeichnung treuer Urlaubsgäste (s.S. 13) berücksichtigt, so hätte sie mindestens eine Platinmedaille verdient.

Charlotte Feigel wurde 1909 in Genf geboren, und zog mit ihren Eltern und Geschwistern später nach Deutschland. 1934 heiratete sie den Apotheker Robert Feigel, mit dem sie Anfang der 50er Jahre nach Ettlingen im Kreis Karlsruhe zog.

Teneriffa lernte Charlotte Feigel 1937 kennen, als sie zusammen mit ihrem Mann ihre Schwiegereltern besuchte, die sich nach der nationalsozialistischen Machtergreifung auf der Insel niederließen. Danach besuchte sie die Insel immer wieder, besonders regelmäßig in den letzten Jahrzehnten.

Nun ist sie gemeinsam mit ihrem Sohn erneut in Puerto de la Cruz. Am 9. Dezember 2017 wurde sie 108 Jahre alt. Diesmal feierte sie zu Hause in Ettlingen, wo sie Besuch von Bürgermeister Thomas Fedrow bekam, der ihr persönlich gratulierte. Doch im Februar zog sie es vor, dem deutschen Winter für einige Wochen zu entfliehen.

Das Wochenblatt besuchte Charlotte Feigel und Sohn Wolfgang (82) in ihrem Teneriffa-Domizil, dem „Tigaiga Suites“ – ehemals „Florasol“, wo sie seit 27 Jahren Stammgäste sind. Von ihrer Terrasse aus kann man das Haus im Orotavatal sehen, in dem sie mit ihrem Mann bei ihrem ersten Besuch auf der Insel  wohnte.

Bei der Begrüßung mag man kaum glauben, dass diese Frau mit den wachen Augen im letzten Dezember ihren 108. Geburtstag gefeiert hat. Auf die Frage, was sie nach all den Jahren an der Insel immer noch so besonders findet, dass sie die Reise auf sich nimmt, erwidert sie ohne zu zögern „vor allen Dingen das Klima. In Deutschland muss es ja zurzeit wahnsinnig kalt sein“. Charlotte Feigel ist geistig topfit und auch körperlich hält sie sich wacker. Leider, berichtet sie, könne sie seit letztem Jahr ihren Garten zu Hause nicht mehr selbst bestellen, aber die Hausarbeit und das Kochen erledigt sie weiter. Auf die Frage, wie es sich denn eigentlich anfühle, über 100 zu sein, antwortet Charlotte Feigel schulterzuckend „Ach, wie immer. Das ist doch nichts Besonderes, man kann halt nicht mehr so gut laufen und hat so seine Wehwehchen“. Ein normaler Tagesablauf bei ihr zuhause? „Da wird geschafft, der Haushalt gemacht, gekocht. Was bleibt mir den anderes übrig?“. Ob ihr Sohn, der bei ihr wohnt, denn auch ab und zu koche, wollen wir wissen. Da winkt sie ab und lacht, „nein, das wird nichts.“ Er kümmere sich dafür um den Einkauf.

Auf die Frage, ob sie einen Tipp hat, wie man gesund ein so hohes Alter wie sie erreicht, antwortet sie, „Ach, wir leben ganz einfach. In letzter Zeit noch einfacher, weil es schneller geht (lacht)“. Sie sei auch immer beschäftigt. Und ihr Sohn fügt hinzu „Meine Mutter ist den ganzen Tag mit irgendetwas unterwegs.“

Auf ein Interview mit der regionalen Tageszeitung „Badische Neueste Nachrichten“ anlässlich ihres 108. Geburtstags angesprochen, in dem sie sich als Formel 1-Fan bekannt hatte, erwidert Frau Feigel scherzhaft „Das ist der einzige Sport den wir treiben“.

Zwei Wochen Teneriffa liegen noch vor ihnen, dann geht es zurück nach Ettlingen, denn dann ist auch in Deutschland Frühling.

Im Sommer steht der nächste Urlaub an. Dann fahren Mutter und Sohn nach Krün in Oberbayern.

 

Über Wochenblatt

Das Wochenblatt erscheint 14-tägig mit aktuellen Meldungen von den Kanaren und dem spanischen Festland. Das Wochenblatt gilt seit nunmehr 36 Jahren als unbestrittener Marktführer der deutschsprachigen Printmedien auf den Kanarischen Inseln.

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich zu: