Teneriffa und Gran Canaria benötigen je ein drittes Krankenhaus


Das Universitätskrankenhaus der Kanaren liegt nur 2 km von der Uniklinik La Candelaria entfernt. Foto: mataparda

Die gesetzlichen Vorgaben werden nicht erfüllt

Kanarische Inseln – Auf Teneriffa und Gran Canaria mangelt es jeweils an einem weiteren großen Krankenhaus, einem sogenannten Krankenhaus der dritten Stufe, wenn man ein entsprechendes Gesetz aus dem Jahr 1986 zugrunde legt. Demnach sollte eine Gesundheitszone 200.000 bis 250.000 Bewohner abdecken; jede Zone sollte über ein großes Allgemeinkrankenhaus verfügen. Doch 1995 wurde von der Regionalregierung festgelegt, dass die beiden Hauptinseln nur in zwei Zonen aufgeteilt werden, obwohl sie ihrer Einwohnerzahl zufolge über drei Zonen – mit ihrem jeweiligen Krankenhaus – verfügen müssten.

Auf Teneriffa sind die einzigen beiden großen Krankenhäuser darüber hinaus lediglich zwei km voneinander entfernt. „Das hat keinen Sinn,“ kommentierte Levy Cabrera, Generaldirektor der Ärztegewerkschaft, gegenüber einer Lokalzeitung. Dem Gesetz zufolge müsste Teneriffa über drei Gesundheitszonen verfügen, „eine im Norden, eine in der Mitte und eine im Süden“, mit ihrem jeweiligen großen Allgemeinkrankenhaus.

Mehrere Kreiskrankenhäuser würden die Versorgung der Bevölkerung abrunden. Die Zahlen des kanarischen Statistikinstituts Istac belegen diese Einschätzung, denn die Bevölkerung des Inselnordens beläuft sich auf rund 233.000 Personen, des Südens auf rund 302.000, des Großraumgebietes von Santa Cruz und La Laguna auf rund 357.000. Auf Gran Canaria sieht die Lage ähnlich aus. Das Universitätskrankenhaus Doctor Negrín und das Krankenhaus Materno Infantil liegen nur 8 km auseinander. Auch auf Gran Canaria wäre eine Aufteilung in drei Zonen geboten.

Neben der Notwendigkeit von jeweils drei Krankenhäusern auf den beiden Hauptinseln, ist es laut Levy Cabrera außerdem erforderlich, dass die Bevölkerung alle 30 bis 40 km auf ein Kreiskrankenhaus ausweichen kann, um die großen Kliniken zu entlasten. Doch auf Teneriffa gäbe es diese derzeit (noch) nicht – private Krankenhäuser decken in der Regel die Mängel in der öffentlichen Gesundheitsversorgung ab.

Cabrera kritisiert, dass die Region das Gesetz nicht beachtet habe, mit der Folge, dass es aktuell erhebliche Defizite bei den Infrastrukturen und dem Personal, also der Gesundheitsversorgung als Ganzem, gäbe. Mit den Ärztezentren habe man es dagegen besser gemacht.




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