Tanklaster mit Riesenkran gehoben


Da die Eigentümer und deren Versicherung nicht handelten, ergriffen das Cabildo und die Regionalregierung die Initiative

Teneriffa – Am 11. November konnten die Anwohner des Wohngebietes „Jardín del Sol“ in Tacoronte ein ungewöhnliches Schauspiel beobachten: Einen tonnenschweren Tankwagen, der, dank eines gigantischen 124 Meter hohen Krans der Schwerkraft trotzend, hoch durch die Lüfte schwebte. Die aufwendige, auf den Kanaren bisher einzigartige Bergungsmaßnahme war nötig geworden, nachdem zwei Wochen zuvor bei einem Tankwagen, der ein Wohnhaus in einer Sackgasse, die auf den Steilhang über dem Garañona-Strand zuführt, beliefert hatte, die Bremsen versagten, und er über die Hangkante abrutschte. Glücklicherweise kam der Lkw schon wenige Meter tiefer auf einer Terrasse im Hang zu liegen und stürzte nicht weiter auf den gut Hundert Meter tiefer liegenden Strand ab.
Der Fahrer kam weitgehend unversehrt aus diesem Unfall heraus. Er soll sich, bevor der Lkw abstürzte, durch einen Sprung aus dem Führerhaus in Sicherheit gebracht haben.
Die Bergung des Tankwagens, der noch 2.600 Liter Treibstoff geladen hatte und keinesfalls in dem geschützten Landschaftsgebiet liegen bleiben durfte, gestaltete sich äußerst schwierig. Verschiedene Lösungsmöglichkeiten wurden diskutiert. Zunächst dachte man daran, den Lkw in mehrere Teile zu zerlegen, die einzeln herausgezogen werden könnten. Schließlich aber entschied man sich dafür, einen Kran von 124 Metern Höhe und 600 Tonnen Gewicht einzusetzen. So wurde der schwere Tankwagen, nachdem zunächst die Ladung mühsam abgepumpt worden war, in einem Stück aus dem Hang herausgehoben.
Angesichts der Passivität der Versicherung des verunglückten Lkws haben die Kanaren- und die Inselregierung die Bergung durchgeführt, um das Risiko, dass der geladene Treibstoff doch noch auslaufen könnte, zu minimieren. Die Rechnung werden jedoch letztendlich die Eigentümer des Tankwagens und deren Versicherung begleichen müssen.

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