Südflughafen: drei Monate nachts gesperrt


Die Bürgermeister der größten Urlaubsgemeinden im Inselsüden – José Julián Mena (Arona), Pedro Martín (Guía de Isora) und José Miguel Rodríguez Fraga (Adeje) (v.l.n.r.) – protestierten vehement gegen die nächtliche Schließung. Foto: ayuntamiento adeje

Vom 3. April bis zum 30. Juni wird die Start- und Landebahn neu asphaltiert

Teneriffa – Die Flughafenbetreibergesellschaft AENA hat bekannt gegeben, dass Teneriffas Flughafen Reina Sofía vom 3. April bis zum 30. Juni nachts gesperrt sein wird. Grund ist die erforderliche Instandsetzung der Start- und Landebahn. Der spanische Flughafenbetreiber kündigte an, 4,7 Millionen Euro in die Ausbesserung des Asphalts zu investieren.

Laut AENA wurden alle Airlines frühzeitig über den nächtlichen Ausfall des Flugbetriebes auf dem Südflughafen informiert, um ihre Flugpläne anzupassen, was auch bei fast allen gelang. Nur Ryanair, die ausschließlich nachts Teneriffa Süd mit Barcelona, Valencia, Sevilla, Vitoria und Santander verbindet, hat diese Routen zwischen dem 3. April und dem 30. Juni gestrichen und 312 Flüge abgesagt. Betroffen sind bis zu 60.000 Passagiere. Von den vier wöchentlichen Verbindungen mit Madrid wurde nur eine eingestellt. Ryanair bietet den Passagieren, die bereits gebucht hatten, die Umbuchung auf einen anderen Flug oder die Rückerstattung des Ticketpreises an.

Zweite Piste für TFS oder nächtliche Öffnung von TFN gefordert

Alberto Bernabé, Leiter des Tourismusamtes, erklärte in einer ersten Stellungnahme, bei der dreimonatigen nächtlichen Schließung des Flughafens handele es sich um ein „notwendiges Übel“. Die Start- und Landebahn müsse dringend ausgebessert werden. Aufgrund der Tatsache, dass die Arbeiten nur nachts durchgeführt würden, seien die meisten Airlines nicht betroffen.

Umgehend meldete sich der Dachverband der Bauunternehmen Fepeco zu Wort, um erneut den Bau einer zweiten Start- und Landebahn für den Südflughafen zu fordern. Fepeco-Präsident Óscar Izquierdo erklärte, die nächtliche Schließung des Südflughafens würde dem Tourismus, der Inselwirtschaft und dem Image schaden. „Wir müssen anspruchsvoll sein. Teneriffa verdient wegen seiner strategischen Bedeutung einen Flughafen mit Garantien, was zwei Pisten und ein modernes, funktionelles Terminal erfordert.“

Die Bürgermeister der größten Urlaubsgemeinden im Inselsüden, José Miguel Rodríguez Fraga (Adeje), José Julián Mena (Arona) und Pedro Martín (Guía de Isora), protestierten vehement gegen die nächtliche Schließung. Sie prophezeiten, der Inselsüden würde „vollkommen isoliert“ werden. Es sei mit erheblichen negativen Auswirkungen auf den Tourismus zu rechnen. Zum einen verlangten die Bürgermeister, während der dreimonatigen Bauzeit nachts den Nordflughafen Los Rodeos zu öffnen, zum anderen schlossen sie sich der Forderung von Fepeco nach dem Bau einer zweiten Start- und Landebahn für den „Reina Sofía“ an.

Die Kanarenregierung kritisierte, dass AENA nicht für eine Alternative gesorgt habe, wie beispielsweise während der drei Monate den Nordflughafen nachts zu öffnen. Cabildo-Präsident Carlos Alonso schloss sich dem an und forderte ebenfalls die nächtliche Öffnung des Nordflughafens, der dann auch zukünftig als „zweite Start- und Landebahn“ des Südflughafens eingesetzt werden könnte. Ansonsten erklärte Alonso aber, es gäbe keinen Grund, um Alarm zu schlagen; nur Ryanair habe Flüge gecancelt, alle anderen betroffenen Airlines hätten ihre Zeitpläne angepasst. Auch der Unternehmerverband CEST und der Hotelverband Ashotel forderten einen Ausbau und eine entsprechende Anpassung des Nordflughafens.

Seitens AENA wurde die nächtliche Öffung des Nordflughafens während der drei Monate ausgeschlossen; bei einem nächtlichen Notfall solle Gran Canaria als Ausweichflughafen angeflogen werden.

131 Ziele

Laut AENA passierten im vergangenen Jahr mehr als 11,2 Millionen Fluggäste den „Aeropuerto Reina Sofía“, der mit 131 Zielen in 27 Ländern verbunden und von 64 Gesellschaften angeflogen wird.




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