Strom aus dem Vulkan


V.l.n.r.: David Astrain und Leyre Catalán, Forscher der Universidad Pública de Navarra UPNA, mit José David González de la Guardia, Wissenschaftler des Instituts INVOLCAN, an einer geochemischen Station auf dem Teide. Foto: UPNA

Forscher wollen aus der vulkanischen Hitze des Teide Energie gewinnen

Kanarische Inseln – Der Teide und die anderen Vulkane des Archipels tragen in sich die Chance einer Stromproduktion, die minimale Umweltbelastung und, durch die Unabhängigkeit von Wind und Sonne, eine hohe Versorgungssicherheit und Netzstabilität verspricht. Wie alle aktiven Vulkansysteme entsteht auf den Kanaren genügend Hitze, um an der Oberfläche der Vulkane Dampf mit Temperaturen zwischen 100° und 300° Celsius zu erzeugen.

Forscher des Smart Cities-Instituts (ISC) der Universidad Pública von Navarra (UPNA) arbeiten an der Entwicklung eines Generators mit, der Erneuerbare Energie aus der unter der Oberfläche der Vulkankegel gespeicherten Wärmeenergie gewinnen soll. Die Herausforderung besteht darin, die Stromerzeugung effizient, nachhaltig, umweltfreundlich und kostengünstig zu gestalten.

Konventionelle Erdwärme erfordert Bohrungen von 1.500 bis 2.500 Metern Tiefe, um Temperaturen zu erreichen, die ausreichen, mit den erzeugten Fluiden eine Turbine anzutreiben. Auf den Kanaren dagegen sind diese Temperaturen schon nahe der Oberfläche gegeben. Doch bisher wurde nie versucht, dieses Wärmepotenzial durch geothermische Generatoren nutzbar zu machen.

Die Wissenschaftler der UPNA und des Kanarischen Instituts für Technologie und Erneuerbare Energien ITER, forschen an den Vulkansystemen Timanfaya auf Lanzarote und Teide auf Teneriffa. Die geothermischen Anomalien an der Oberfläche des Timanfaya sind die weltweit ergiebigsten, mit 200°C an der Oberfläche und 600°C in nur zehn Metern Tiefe.

Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt unter der Führung des ITER, finanziert durch den Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und das Wissenschaftsministerium, verfügt über ein Investitionsvolumen von 1,2 Millionen Euro und ist auf drei Jahre angelegt.

Ebenfalls beteiligt sind das Instituto Volcanológico de Canarias (Involcan), die Agencia Insular de la Energía de Tenerife, das Instituto Geológico y Minero de España und die Unternehmen Constante Solar aus Santa Cruz und GAIA-Geotermia y Aguas Minerales aus Madrid.

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