Sternhaufen entdeckt


© IAC

Nur wenige massive Sternhaufen unserer Milchstraße sind uns bekannt

Forschern vom Astrophysikalischen Institut der Kanaren (IAC), der Universität von La Laguna (ULL) und dem Zentrum für Physikalische Studien des Kosmos von Aragón (CEFCA) haben einen “nahen“ offenen massiven Sternhaufen entdeckt.

Masgomas-1 ist rund 11.500 Lichtjahre entfernt und befindet sich im Sternbild Zentaur in unserer Milchstraße. Das Besondere an der Entdeckung ist, dass bisher nur eine Handvoll der geschätzten hundert massiven Sternhaufen unserer Galaxie ausgemacht werden konnte.

Bei einem offenen Sternhaufen handelt es sich um eine Ansammlung zwischen zwanzig und einigen tausend Sternen, die sich aus derselben Molekülwolke gebildet haben. Von den Kugelsternhaufen unterscheiden sie sich insbesondere durch das geringere Stern­-alter und die geringere Sterndichte. Sie eignen sich vorzüglich zur Erforschung der Struk­tur und der Prozesse, die in der Milchstraße ablaufen. Massiv ist ein Sternhaufen, wenn er mehr als 10.000 Sonnenmassen hat.

Die Wissenschaftler entdeckten den Sternhaufen mithilfe des Infrarot-Spektrografen LIRIS des Teleskops William Herschel im IAC-Observatorium Roque de los Muchachos auf La Palma. Laut Sebastián Ramírez Alegría, IAC-Forscher und Doktorand, basiere die verwendete Suchmethode darauf, zuerst nach massiven Sternen und dann nach umliegenden Sternen zu suchen, die einen Haufen bilden könnten. Artemio Herrero, Doktorvater von Ramírez Alegría, fügte hinzu, in den 90er Jahren habe man mit fortschreitender Entwicklung der Infrarot-Spektrografen mit der Suche nach Sternhaufen begonnen. Die Infrarotstrahlung sei fähig, die unsere Galaxie abdunkelnden Staubwolken zu durchdringen und zu Schauplätzen von Sterngeburten zu gelangen.

Das Auffinden massiver Sternhaufen ist für die Wissenschaft so bedeutend, weil massive Sterne jung sind oder sich sogar noch in der Entstehung befinden und ideal sind für die Erforschung von Sterngeburten.

Die Entdeckung der spanischen Forscher wurde in der Mai-Ausgabe des renommierten Wissenschaftsmagazins Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.




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