Sparsamkeit zu Lasten der Patienten


Krankenhausinfektionen

In der neuesten Studie über nosokomiale Infektionen (auf einen Krankenhausaufenthalt beruhende Infektion) in Spanien schnitten die kanarischen Krankenhäuser im regionalen Vergleich am schlechtesten ab.

Demnach wurden 7,5% der Patienten bei ihrem Krankenhausaufenthalt mit einem Erreger infiziert, im spanischen Durchschnitt waren es 5,6%.

Die Krankenpflegegewerkschaft Satse führt das beunruhigende Ergebnis auf die Kosten- und Personaleinsparungen zurück. Die Krankenschwestern und

-pfleger seien überlastet, ihnen wäre es manchmal kaum möglich, die Einhaltung der hygienischen Standards zu garantieren, klagte Satse. Die Gewerkschaft wies auf die Widersinnigkeit der Lage hin: zwar würden finanzielle Mittel eingespart, doch das Personal sei überlastet, sodass vermehrt Patienten mit Krankenhauserregern infiziert würden, was wiederum die Behandlungskosten erhöhe.

Die Studie, die auf Daten aus 271 spanischen Krankenhäusern beruht, brachte zutage, dass es sich bei den am häufigsten vorkommenden Krankenhauserregern um Escherichia coli (18%), Staphylococcus aureus (11%) und Pseudomonas aeruginosa (11%) handelt.

Das Europäische Zentrum zur Vorbeugung und Kontrolle von Krankheiten geht davon aus, dass global gesehen täglich 80.000 bzw. fast 6% der Krankenhauspatienten eine nosokomiale Infektion erleiden. Zum Vergleich: Laut Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit erkranken in Deutschland jährlich 400.000 bis 600.000 Menschen an nosokomialen Infektionen; 7.500 bis 15.000 sterben daran.




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