Spanischer Schauspieler in El Aaiún angegriffen


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Willy Toledo unterstützt die Freiheitsbewegung der Westsahara

Nach dem Vorfall Ende August in El Aaiún, wo kanarische Aktivisten nach einer friedlichen Demonstration behaupteten von der marokkanischen Polizei brutal verprügelt worden zu sein (das Wochenblatt berichtete), sind nun erneut Spanier in Marokko mit der Polizei in Konflikt geraten.

El Aaiún – Der Filmschauspieler Willy Toledo wandte sich an die spanischen Medien und berichtete, von Polizisten am Flughafen El Aaiún angegriffen worden zu sein. Mehrere Saharauis seien von den Beamten außerdem brutal verprügelt worden, berichtete Toledo aufgebracht. „Obwohl ich wusste, dass sie irgendwann aufhören würden, auf mich einzuschlagen, hatte ich Angst“, erklärte er.

Willy Toledo war zusammen mit dem Leiter des Amtes für Kooperation des Cabildos von Gran Canaria, Carmelo Ramírez, sozusagen als „menschlicher Schutzschild“ nach Marokko gereist. Dort wurde eine Gruppe von 70 Saharauis erwartet, die an einer internationalen Konferenz über das Recht auf Selbstbestimmung des saharauischen Volkes in Algerien teilgenommen hatte. Bei der Rückreise über Casablanca nach El Aaiún war die Gruppe zwar auf Probleme mit der Polizei gefasst, wurde dann aber doch von der brutalen Vorgehensweise überrascht.

Zusammen mit anderen „internationalen Beobachtern“ habe er sich gegen sechs Uhr nachmittags Ortszeit am Flughafen El Aaiún aufgehalten, berichtete Toledo, um unter massivem Polizei-Einsatz – „da waren über 200 Beamte in Uniform und Zivil“ – die Ankunft der saharauischen Aktivisten zu überwachen. Die Polizisten hätten versucht, die internationale Delegation durch Videoaufnahmen einzuschüchtern, erzählte Toledo weiter. An der Passkontrolle hätten sie zwei Frauen aufgehalten und persönliche Gegenstände beschlagnahmt. „Wir haben darauf gewartet, dass sie die beiden saharauischen Frauen gehen lassen und als sie auf uns zukamen habe ich mein Mobiltelefon hervorgeholt, um sie auf Video aufzunehmen. In diesem Moment stürzten sich acht Polizisten auf mich, versetzten mir Fußtritte und Fausthiebe, ich glaube sie haben mir einen Finger gebrochen. Als ich mich aufgerappelt hatte sah ich, dass andere auf einen am Boden liegenden jungen Saharaui einprügelten. Ich warf mich auf ihn, um ihn zu schützen.“ Der junge Mann sei später in einer Ambulanz versorgt worden, berichtete Toledo weiter außer Atem am Telefon. Die Einlieferung in ein Krankenhaus habe er aus Angst abgelehnt.




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