Sozialhilfe verlängert


7.000 kanarische Bürger leben von der 400-Euro-Stütze

In Spanien ist die staatliche Unterstützung für Arbeitslose, deren Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung erschöpft sind, kein gesetzlich festgeschriebenes Gesetz, sondern wird als Regierungsprogramm – in der Theorie für die Neuqualifizierung von Langzeitarbeitslosen (Plan Prepara) – durchgeführt, dessen Verlängerung alle sechs Monate in Madrid neu beschlossen werden muss.

Die Langzeitarbeitslosen bekommen dann 400 Euro im Monat bzw. 450 Euro, wenn der Bezieher für Kinder oder andere abhängige Familienmitglieder sorgt. In diesem Sinne wurde am 15. Februar die Verlängerung des Programms bis zum 15. August beschlossen.

Auf den Kanarischen Inseln haben seit 2011 insgesamt 42.563 Arbeitslose diese Unterstützung bezogen. Da der Plan schon in die siebente Verlängerung geht, bedeutet dies, dass pro Halbjahr durchschnittlich gut 7.000 Personen von dem Programm profitiert haben, eine sehr geringe Anzahl im Vergleich zu den rund 200.000 Arbeitslosen der Inseln. Hinzu kommt, dass diese Hilfe, abgesehen davon, dass die Höhe der Hilfszahlung „zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel“ ist, nicht wirklich etwas an der prekären Situation der Arbeitslosen ändert, da sie für die Bezieher nicht verlängerbar ist und von jedem nur insgesamt sechs Monate lang bezogen werden kann. Die meisten Langzeitarbeitslosen stehen demzufolge ohne jegliche staatliche Zuwendung da. Seit 2011 sind für dieses Programm im Ganzen 103 Millionen Euro auf die Kanaren geflossen.

Auf dem gesamten Staatsgebiet haben in derselben Zeit 574.736 Arbeitslose Hilfen aus dem „Plan Prepara“ erhalten. Insgesamt wurden 1,39 Milliarden Euro dafür aufgewendet. Die Regierung will das Programm beibehalten, bis die Arbeitslosigkeit unter 20% gesunken ist. 

Um teilzunehmen, müssen sich die Arbeitslosen aktiv um Arbeit bemühen und sich dafür beim Arbeitsamt melden, ihren Lebenslauf einreichen und sich bei Zeitarbeitsfirmen einschreiben. 




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