Scott bittet um Verzeihung


Der große Waldbrand zerstörte zwischen dem 3. und 12. August 5.000 Hektar Bergwald. Foto: EFE

Der Verursacher des großen Waldbrandes von La Palma entschuldigt sich bei den Inselbewohnern

La Palma – Der Deutsche Scott-Verdine Stumpf, der zugegeben hat, den großen Waldbrand auf dem südlichen Bergrücken La Palmas fahrlässig verursacht zu haben (das Wochenblatt berichtete), hat die Einwohner der Insel aus der Untersuchungshaft heraus in einem offenen Brief um Verzeihung gebeten. Dieser wurde der Online-Zeitung ElTime.es übergeben, die ihn als Foto und im Wortlaut veröffentlichte.

Scott schreibt darin in gutem Spanisch: „Liebes La Palma, mit diesem Brief möchte ich die Bevölkerung La Palmas von Herzen um Verzeihung bitten. Es tut mir sehr leid, Sie in Gefahr gebracht zu haben und dass Sie Entsetzen und Angst auszustehen hatten. Es tut mir leid, dass ich Ihre Flora und Fauna verbrannt habe. Und was ich am meisten bereue ist, dass ein Mensch durch meine Schuld umgekommen ist. Ein Mann, der versucht hat, die Insel und ihre Bewohner vor der Unbill zu beschützen, die ich verursacht habe, und dafür mit seinem Leben bezahlte. Keiner der Schäden, für die ich verantwortlich bin, war beabsichtigt, und ich bedaure es zutiefst. Ich bitte alle Lebewesen von La Palma, Menschen, Tiere und Bäume, um Verzeihung. Außerdem möchte ich den Feuerwehrleuten der Kanarischen Inseln und allen danken, die geholfen oder dazu beigetragen haben, den Brand zu löschen.“

In den Leserbeiträgen unter dem Artikel gibt es einige wenige bittere Kommentare, die darauf hinweisen, dass man vorher aufpassen müsse, weil eine Entschuldigung hinterher nichts mehr rückgängig machen könne oder mutmaßen, dass der Brief nur aus juristischem Kalkül geschrieben sei. Die meisten Äußerungen betonen jedoch, wie es zuvor schon verschiedene Anwohner nach dem Brand getan hatten, dass den 27-jährigen Scott nicht die alleinige Schuld treffe. Sie kritisieren die unzureichende Vorsorge, Unterlassungen bei der Entfernung der Kiefernnadeln von den Waldwegen und dem Freihalten der Brandschneisen. Besonders erbost äußern sich mehrere Kommentatoren darüber, dass zur „Einhaltung des Brandbekämpfungsprotokolls“ Anwohner gehindert wurden, mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln (Eimer, Schaufeln …) daran mitzuarbeiten, die Flammen zu löschen, solange der Brand noch eng begrenzt war. Ein Leser berichtet, dass es den Anwohnern von Gegenden, die nicht von touristischem Interesse seien, sehr wohl gestattet wurde, aufkommende Brände frühzeitig zu löschen. Damit wird auf Spekulationen angespielt, die besagen, es könnte ein wirtschaftliches Interesse daran bestehen, Teile der abgebrannten Waldflächen umzuwidmen und zu bebauen. Ein Leser fragt, wo denn der Entschuldigungsbrief derjenigen sei, die auf Einhaltung eines ungeeigneten Protokolls bestanden hätten. Diese hätten sich in der Presse als Brandbekämpfer präsentiert und Scott mit dem allgegenwärtigen Handschellen-Foto zum alleinigen Sündenbock gestempelt.




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