Schweinegrippe – Auf den Kanaren bislang nur zwei Verdachtsfälle


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Mit 57 bislang bestätigten Infektionen steht Spanien derzeit an vierter Stelle der Länder, die am meisten von Influenza A betrtoffen sind

Nach letztem Stand vor Redaktionsschluss waren in Spanien 57 Menschen mit Schweinegrippe infiziert und in 63 weiteren Fällen waren sich die Behörden noch nicht sicher. Die meisten der in Spanien an Influenza A erkrankten Personen befinden sich bereits wieder auf dem Weg der Besserung.

Madrid – Bis auf leichtes Fieber, Husten und Atembeschwerden waren kaum Symptome aufgetreten, ließen die Behörden wissen. Die meisten konnten bereits aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Dennoch, Spanien steht derzeit nach Mexiko, den USA und Kanada an vierter Stelle der Länder, die am meis­ten von der Schweinegrippe betroffenen sind. Mit 17 Krankheitsfällen ist Katalonien dabei die am schlimmsten betroffene autonome Region, gefolgt von Andalusien (15) und der Comunidad Valenciana (13).

Der erste Krankheitsfall in Spanien wurde am 20. April bestätigt. Es war gleichzeitig auch der erste Erkrankungsfall in Europa. Bis auf vier Fälle (zwei in Katalonien und zwei in Castilla-La Mancha) haben sich bis dato alle in Spanien bestätigten Erkrankten in Mexiko mit dem Virus angesteckt.

Nachdem die ersten drei Verdachtsfälle in Spanien positiv ausgefallen waren, aktivierte die Regierung am 25. April den Nationalen Plan, der im Vorfeld einer drohenden Pandemie vorgesehen ist. Neben der sofortigen Verschärfung der Kontrollen an den Flughäfen, kommen seitdem auch sämtliche Mitglieder des Ausschusses für Öffentliche Gesundheit vía Videokonferenz mindestens einmal täglich zur Lagebesprechung zusammen. Ziel ist ein für sämtliche autonomen Regionen Spaniens einheitliches Vorgehensprotokoll für den Ernstfall zu gewährleis­ten. Ebenso sollen aber auch jegliche anderen jetzt notwendigen Vorsichtsmaßnahmen untereinander abgestimmt werden.

Bis dato wird im Verdachtsfall in Spanien nach den offiziellen Vorschriften wie folgt vorgegangen: „Sobald ein Infektionsverdacht vorliegt, wird die betreffende Person ins Krankenhaus eingewiesen und unter Quarantäne gestellt. Dort wird sie mit antiviralen Medikamenten versorgt und eine Liste sämtlicher Personen erstellt, mit denen der möglicherweise Erkrankte in der letzten Zeit Kontakt hatte. Des Weiteren werden Proben entnommen und zur Analyse eingesandt. Wenn sich der Verdacht bestätigt, wird die Behandlung fortgeführt und der Patient bleibt unter Beobachtung.“

Nach Angaben von Gesundheitsgeneralsekretär José Martínez Olmos verfügt Spanien über einen Vorrat von zehn Millionen antiviraler Medikamente-Einheiten (Tamiflu und Relenza). Diese wurden seit 2005 im Zuge der Vogelgrippe-Gefahr nach und nach von der spanischen Regierung aufgekauft und für den Ernstfall reserviert. 120 Millionen Euro wurden bislang in den Kauf dieser Medikament investiert, deren Wirksamkeit in zehn Jahren abläuft.

Kanarische Inseln

Die Kanarischen Inseln sind bis dato weitgehend von der Ausbreitung der Schweinegrippe verschont geblieben. Bislang besteht nur in zwei Fällen Verdacht auf Infektion. Den ersten Fall gaben die regionalen Behörden am 30. April bekannt.

Es handelt sich um einen jungen Mann von Gran Canaria. Der 28-Jährige war kürzlich von einer Reise aus Mexiko zu­rückgekommen. Da er nur leichte Grippe-Symp­tome aufwies, wurde er bereits wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Er steht jedoch weiter unter Beobachtung und ist angehalten, sein Haus nicht zu verlassen und jeglichen näheren Kontakt mit Menschen so gut wie möglich zu vermeiden. Auch wird er vorsichtshalber weiter mit antiviralen Medikamenten behandelt. Bislang konnte eine Infektion mit dem H1N1-Virus jedoch noch nicht nachgewiesen werden.

Der zweite Verdachtsfall wurde am 4. Mai bekannt gegeben. Es handelt sich um einen 38-jährigen Mann von Fuerteventura. Auch er war kürzlich in Mexiko gewesen. Nach seiner Rückkehr traten bei ihm Symptome auf, die dem Krankheitsbild des Grippe-Virus H1N1 entsprechen. Bis zur Bekanntgabe seiner Untersuchungsergebnisse muss auch er jeglichen Kontakt mit anderen Menschen meiden.




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