Schutzkampagne für die Sturmtaucher


Plakate vermitteln detaillierte Informationen, wie mit den verirrten Sturmtaucherjungen umzugehen ist. Foto: Ayuntamiento Arona

Die Jungvögel werden flügge und verlieren auf dem Weg zum Meer durch das Licht der Touristikzentren die Orientierung

Teneriffa – Die Touristikzentren von Arona werden die Intensität ihrer nächtlichen Beleuchtung reduzieren, um jungen Sturmtauchern ihren Flug zum Meer zu erleichtern. Das Umweltressort der Gemeinde hat unter der Leitung der Stadträtin Yurena García eine Kampagne gestartet, die zum Ziel hat, die Anzahl der jungen Sturmtaucher zu reduzieren, die auf ihrem ersten Flug zum Meer durch das Licht der Städte desorientiert werden und abstürzen. 

Zu diesem Zweck wird die Intensität der nächtlichen Beleuchtung in den Hotel- und Einkaufsvierteln ab Mitternacht um 40% verringert und die Lichter von Sportanlagen werden ab 22.00 Uhr abgeschaltet. Darüber hinaus werden Einwohner und Touristen darüber informiert, wie sie vorgehen sollen, wenn sie einen abgestürzten Jungvogel finden. Auch der Hotelsektor wurde eingeladen, sich diesen Maßnahmen anzuschließen. 

Die Tourismuszentren, im Bild die „Milla de Oro“, Goldmeile, von Las Americas, können mit ihren gleißenden Lichtern die jungen Sturmtaucher auf ihrem Weg zum Meer blenden und ihre Orientierung stören. Foto: Ayuntamiento Arona

Der Gelbschnabel-Sturmtaucher (Calonectris diomedea), der auf der roten Liste der bedrohten Arten steht, sucht die Küsten Teneriffas nur zum Brüten auf und nistet an den Steilküsten, in den Barrancos und mittleren Bergregionen. Besonders große Kolonien gibt es im Süden der Insel. 

Ende Oktober und den November hindurch sind die Sturmtaucher besonderen Gefährdungen ausgesetzt, da die Jungtiere zu dieser Zeit die Nester verlassen und aufgrund der engen Bebauung des Küstenstreifens durch die nächtliche Straßenbeleuchtung geblendet werden. Viele stürzen ab und verletzen sich. Wird ihnen nicht geholfen, sterben sie, weil sie überfahren werden, Hunden oder Katzen sie angreifen, oder sie verdursten und verhungern. 

80% der verunglückten Sturmtaucher werden in den Küstenbereichen von Arona, Adeje, Guía de Isora und Santiago del Teide, also in den touristisch geprägten Gebieten, gefunden. 621 wurden im Jahr 2016 allein in Arona gerettet, nicht zuletzt dank der regen Unterstützung durch die Bevölkerung. Auch in diesem Jahr sind schon etliche Jungtiere eingesammelt und einige davon sogar schon wieder am Meer freigelassen worden. 

Was tun?

Das Umweltressort von Arona, die Wildtierpflegestation, der Zivilschutz und verschiedene Umweltschutzgruppen haben gemeinsam ein Protokoll erarbeitet, dass beschreibt, was zu tun ist, wenn man einen desorientierten oder verletzten Sturmtaucher findet: Zuerst wird der Vogel in eine Schachtel mit Luftlöchern gesetzt, ohne ihm Futter oder Wasser anzubieten. Dann die Notrufnummer 112 anrufen. Dort erfährt man, wohin man das Tier bringen kann oder es wird jemand geschickt, der es abholt. Es kann auch direkt in einer Station der Policía Local oder der Protección Civil (Zivilschutz) abgegeben werden. Sodann wird der gerettete Sturmtaucher vom Personal der Wildtierpflegestation La Tahonilla abgeholt und tierärztlich untersucht und versorgt. 




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