Schulkantine: Arme Kinder essen umsonst


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Kanarenregierung setzt kostenloses Kantinenessen für Kinder aus bedürftigen Familien im neuen Schuljahr fort

Die Maßnahme war eigentlich zunächst ein bescheidener Versuch, gegen die Fehlernährung im Kindesalter vorzugehen, die bei immer mehr Kindern in Santa Cruz de Tenerife festgestellt worden war.

Der Ursprung der Idee ist dem Stadtrat Hilario Rodríguez zu verdanken, der es durchsetzte, dass bedürftige Kinder aus Geringverdienerfamilien über den Sommer – auch während der Ferien – ein kostenloses Frühstück in der Schulkantine erhalten. Diese Maßnahme wurde von der Regionalregierung über das Bildungsressort für das Schuljahr 2013-2014 nun auf alle Inseln ausgedehnt. Wie Ressortleiter José Miguel Pérez mitteilte, werden dieses Schuljahr nicht nur alle Grundschüler aus Familien in prekärer finanzieller Situation kostenlos in der Schulkantine frühstücken können, sondern auch Schüler der Sekundarstufe bis zur Mittleren Reife. „Unser Ziel ist es, dass durch diese, von der Regierung beschlossene Maßnahme, niemand mit finanziellen Bedürfnissen von diesem Angebot ausgeschlossen wird“. 

Das kostenlose Frühstück in der Kantine wird für Schüler der Grundschule und der Sekundarstufe bis 16 Jahre angeboten, deren Eltern nachweisen können, dass sie in finanziellen Schwierigkeiten sind. Des Weiteren bekommen Grundschüler und Schüler der ersten Klasse der Sekundarstufe (Primero de la E.S.O.) aus sozial benachteiligten oder armen Familien auch ein warmens Mittagessen in der Schule.

Bereits im vergangenen Schuljahr profitierten rund 8.000 kanarische Schulkinder der Klassen 1 bis 7 von einem täglichen Gratis-Frühstück in der Schulkantine. Nun kommen die Schüler der Sekundarstufe hinzu, was die Kosten für die Regierung in die Höhe treibt. 2013 stehen vorerst etwa 11 Millionen Euro für Schulkantinen zur Verfügung. Die endgültige Höhe der Kosten werde jedoch erst ermittelt werden können, wenn das Schuljahr begonnen hat und die Zahl der Schüler klar ist, die Anspruch auf kostenlose Mahlzeiten haben.

Möglich wird die gute Tat der Regierung jedoch letztlich nicht nur durch eigene Mittel, sondern, wie José Miguel Pérez einräumt, durch die Beteiligung der Stiftungen von La Caixa und CajaCanarias.

Kanarische Inseln und Andalusien leisteten Pionierarbeit

Die zunehmende Verarmung und die in einigen spanischen Regionen durchgeführten Kürzungen der finanziellen Unterstützung für Eltern, deren Kinder in der Schulkantine essen, haben dazu geführt, dass viele Kinder Zeichen von Mangelernährung aufwiesen. Sozialarbeiter und Lehrer schlugen Alarm und berichteten von Schülern, die ohne Frühstück zur Schule kommen, von Kindern, die kein frisches Obst bekommen, weil ihre Eltern es sich nicht leisten können und von Kindern, die schlichtweg Hunger leiden.

Aus der Notwendigkeit, dieser besorgniserregenden Entwicklung entgegenzuwirken, entstanden die spanienweit ersten Initiativen, kostenloses Kantinenessen anzubieten. Die Kanarischen Inseln und die Region Andalusien waren die ersten Regionen, die dieses Angebot einführten. Im vergangenen Sommer folgten weitere Regionen diesem Beispiel: Auch an Schulen in Extremadura, Valencia und in Katalonien blieben während der Ferien Schulkantinen geöffnet, damit die Schüler auch über den Sommer eine warme Mahlzeit am Tag erhalten.

Auf den Kanarischen Inseln erhielten während der Sommerferien pro Tag 6.000 Schüler bis 12 Jahre in den Kantinen der öffentlichen Schulen ein Mittagessen.




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