Santa Cruz erprobt Landstromversorgung mit Flüssigerdgas


Im Dezember 2018 wurde mit der AidaNova zum ersten Mal ein Schiff im Hafen von Santa Cruz mit Flüssigerdgas betankt. Foto: EFE

Das Vorhaben ist Teil des von der EU mitfinanzierten Projektes CORE LNGas hive

Teneriffa – An sich handelte es sich bei der Einrichtung einer Landstromversorgung von Schiffen während ihres Aufenthaltes im Hafen aufgrund der technischen Anforderungen bereits um eine Herausforderung, doch Teneriffas Hauptstadthafen wird dies nun damit toppen, den Strom auch noch mit Flüssigerdgas zu erzeugen. Damit werden die Schiffe nicht nur geräuscharm, sondern zudem emissionsarm mit Strom versorgt. 

Ende Oktober wurde bekannt, dass die Hafenbehörde die Erprobung der ersten Landstromversorgung mit Nutzung von Flüssigerdgas auf den Kanaren vorbereitet. Das Vorhaben ist Teil des von der EU-Kommission mitfinanzierten Projektes CORE LNGas hive, welches die Entwicklung eines integrierten, sicheren und effizienten Systems zur Lagerung und Versorgung mit Flüssigerdgas (LNG) im Transportsektor, insbesondere im Schiffsverkehr, in Spanien vorsieht. Ziel des Projektes sind die Reduzierung der luftverschmutzenden Emissionen im Mittelmeer und Atlantik, die Förderung Erneuerbarer Energien und der Schutz der Umwelt. An dem Projekt nehmen 42 Partner in Spanien und Portugal teil, darunter 8 öffentliche Institutionen und 13 Hafenbehörden. Bei den privaten Teilnehmern handelt es sich um Reedereien, LNG-Konzerne und Logistik-Unternehmen. Das mit 33,3 Millionen Euro ausgestattete Projekt basiert auf einer EU-Richtlinie von 1994, wonach bis 2020 alle Häfen des Transeuropäischen Transportnetzes mit Flüssigerdgas angetriebene Schiffe ver­-

sorgen müssen. 

Der erste Test der Landstromversorgung mithilfe von LNG-Motoren im Hafen von Santa Cruz ist für Mitte November vorgesehen. Ein Schiff der Logistik- und Transportgruppe Suardíaz, Partnerunternehmen des EU-Projektes, dient als Testschiff. 

In Barcelona und Vigo ist die Landstromversorgung mit von Flüssigerdgas betriebenen Motoren bereits eingeführt worden. Die Einrichtung ist aufwendig. An Land müssen Transformatorenstationen und Leitungen zum Kai errichtet werden, die meist über Ausleger an Bord gebracht und an einer oder mehreren Stellen angebracht werden. Das Besondere daran ist nun auch, dass die den Strom erzeugenden Motoren mit Flüssigerdgas betrieben werden.

Im Rahmen des ersten Tests wird am 15. November in der Universität La Laguna eine Tagung zu dem Thema „Das LNG als zukünftiger Treibstoff für den maritimen Transport“ veranstaltet, an der die wichtigsten Unternehmen und die Partner des EU-Projektes, wie Enagás, Siemens, Cepsa Gas und Suardíaz, vertreten sein werden. Dabei werden die Details des mit Flüssigerdgas betriebenen Motors im Hafen von Santa Cruz oder die technische Anpassung des Schiffes für die Landstromversorgung vorgestellt. 

Seit Dezember 2018 können Schiffe mit LNG-Antrieb im Hafen von Santa Cruz betankt werden. Dies ist beispielsweise der Fall des Kreuzfahrtschiffes AidaNova, das als erstes vor knapp einem Jahr in Santa Cruz mit Flüssigerdgas versorgt wurde.

Bei Flüssigerdgas handelt es sich um einen der saubersten Treibstoffe, der im Vergleich zu brennbaren Treibstoffen 30% weniger Kohlenstoffdioxid produziert und insgesamt die Emission von Schadstoffen senkt. 

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