San Andrés blieb verschont


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Befürchtungen einer erneuten Überflutung erfüllten sich nicht

Der Atlantik zeigte sich Ende September von seiner zahmsten Seite. Ruhig wie ein See luden die Strände und Buchten auf den Kanaren zum Baden ein.

Teneriffa/Gran Canaria – Für den Fischerort San Andrés bei Santa Cruz ein wahres Glück, denn für den 28. September um 14.36 Uhr war der höchste Hochwasserstand des Jahres vorhergesagt, der laut Expertenwarnung im Falle einer starken Dünung wieder die Überflutung des Ortes hätte bedeuten können.

Wohnhäuser und Restaurants, die direkt an der Küste liegen, waren durch Betonbarrieren geschützt worden; die meisten Lokale hatten diesen Tag das Schild „Geschlossen“ an die Tür gehängt. Mit relativer Gelassenheit warteten die Bewohner von San Andrés auf die Ankunft der Wellen, doch sie blieb aus. Die Flut kam und ging, ohne über die Ufer zu treten, denn das Meer war glatt wie ein Spiegel. Dennoch drängen die Anwohner auf den baldigen Bau einer Schutzmole und haben eine Bürgerinitiative gegründet, über die sie sich dafür einsetzen wollen. Ein Sprecher der Bürgervereinigung gab zu bedenken, dass schon 1996 vom damaligen Bürgermeister Miguel Zerolo der Bau einer Mole angekündigt worden war, die aber nie Wirklichkeit wurde. Man sei deshalb verständlicherweise skeptisch, was die Versprechen des Stadtrats angehe, denn man wolle sicherstellen, dass der seit 30 Jahren geforderte Schutz von San Andrés durch einen Wellenbrecher nun endlich erfolgt. Die Hafenbehörde von Santa Cruz arbeitet laut Bürgermeister José Manuel Bermúdez bereits an einem Projekt.

Deutlich spürbar war die Flut mancherorts auf den Inseln trotzdem. In Las Palmas de Gran Canaria überflutete das Wasser am 28. September gegen Mittag weite Teile des Stadtstrandes Las Canteras, der angesichts der ruhigen See wie ein riesiges Schwimmbecken wirkte.




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