RÜCKBLICK


Die wichtigste Nachricht vor 30 Jahren

In unserer Ausgabe vom 8. März 1985 berichteten wir darüber, dass der Stadtrat von La Orotava einstimmig beschlossen hatte, von Besuchern des Nationalparks Las Cañadas del Teide künftig ein Eintrittsgeld zu erheben. Auch das Drehen von Filmaufnahmen für Fernsehen und Videos sollte gebührenpflichtig werden. Während es zwischen den einzelnen Fraktionen unterschiedliche Ansichten gab, wer zur Zahlung verpflichtet werden sollte, hagelte es in der Öffentlichkeit Proteste von allen Seiten. Vor allem tauchte die Frage auf, wie sich diese Maßnahme auf den Tourismus auswirken werde.

Es gibt politische Forderungen, die jahrzehntelang nicht realisiert werden können und trotzdem immer wieder in neuer Form auftauchen. Dazu gehört beispielsweise, dass Anrainergemeinden der Cañadas del Teide, seit diese 1954 zum Nationalpark erklärt wurden, ihre Stadtsäckel durch ein Eintrittsgeld für die Besucher ein wenig auffüllen möchten. Seit vielen Jahren gehen immer mal wieder einzelne Bürgermeisterämter mit dieser Forderung an die Öffentlichkeit. Dabei sind den Ideen, wie das zu bewerkstelligen sei, keine Grenzen gesetzt. Denn nicht jeder Autofahrer, der von Nord nach Süd oder umgekehrt die Cañadas passiert, ist ein Tourist. 

Schärfste Proteste von allen Seiten

Die Gemeinde La Orotava will Eintrittsgeld für den Nationalpark verlangen

Einstimmig wurde jetzt vom Stadtrat von La Orotava ein Beschluss verabschiedet, nach dem die Besucher des  Naturschutzparks „Las Cañadas del Teide“ Eintrittsgeld bezahlen sollen. Sämtliche Fraktionen waren hier allerdings der Ansicht, dass die Einwohner der Insel von der Zahlung dieses Eintrittsgelds enthoben werden müssen. Die konservative Partei AP – Allianza Popular – vertrat jedoch den Standpunkt, dass die wirtschaftliche Lage der Stadt solche Großzügigkeiten nicht zulasse. Ebenso wurde beschlossen, künftig für das Recht, im Park Szenen für Film, Fernsehen oder Video zu drehen, zur Kasse zu bitten. Anzunehmen ist jedoch, dass hier die privaten Schmalspur- oder Videofilme nicht unter die neue Bestimmung fallen. Dieser Beschluss hat großen Protest in der Öffentlichkeit ausgelöst. Man fragt sich, mit welchem Recht die Stadt derartige Gebühren erheben will, selbst wenn fast 90 Prozent des Parkgeländes  zum Gemeindegebiet von La Orotava gehört.  Immerhin führen öffentliche Straßen durch den Park, die wichtige Verkehrsverbindungen darstellen. Die Frage ist auch, wie diese Erhebung von Eintrittsgebühren praktisch durchgeführt werden soll. Weiterhin wird die kritische Frage gestellt, ob dies die Art und Weise ist, mit  der der Tourismus der Insel gefördert werden soll.




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