Riesenwellen richteten schwere Schäden an


Foto: moisés pérez

In Garachico wurden Geschäfte und Restaurants überflutet, in Mesa del Mar drangen die Wellen bis in den dritten Stock ein

Teneriffa – Heftige Brandung hat in der Nacht vom 17. auf den 18. November erhebliche Schäden entlang der Nordküste angerichtet. Nachdem Sturmtief Carlos bereits heftige Regenfälle von stellenweise mehr als 40 l/qm und Windböen von bis zu 101 km/h gebracht hatte, trafen Brandungswellen die Insel mit voller Wucht.

In Garachico waren die meisten Schäden zu verzeichnen. Nachdem die Regionalregierung bereits die Warnstufe Rot wegen hoher Wellen ausgerufen hatte, wurde die Küstenstraße am Abend gesperrt. Die Nacht  über tobte das Meer. Das Wasser griff mit großer Kraft auf den Küstenabschnitt zwischen dem Castillo de San Miguel und dem Fußballplatz über. Die Fluten überspülten die Straßen, drangen in Restaurants und Geschäfte ein und rissen mit sich, was auf ihrem Weg lag. 40 Personen wurden aus zwei Wohngebäuden in direkter Küstennähe evakuiert, denn das Wasser drang bis in den zweiten Stock vor. Die Betroffenen wurden bei Familienangehörigen bzw. in einem Feldlager in der Mehrzwecksporthalle untergebracht. Am nächsten Tag bot sich den Schaulustigen ein Bild der Zerstörung. Die Flut hatte den Anker vor dem Castillo und einen großen Felsbrocken auf die Avenida Marítima gerissen und große Haushaltsgeräte, Möbel und alle möglichen Dinge aus den überfluteten Geschäften und Restaurants hinterlassen. Angesichts des Ausmaßes der Schäden an Einrichtung und Ware herrschte große Verzweiflung bei den betroffenen Unternehmern.

An dem direkt am Meer gelegenen Mar y Sol-Gebäude in Mesa del Mar, Tacoronte, zerstörten die Wellen Balkone bis in den zweiten Stock hinauf und drangen in die unteren Stockwerke ein. 67 Apartments mussten evakuiert bzw. der Zugang dazu gesperrt werden.

Auch Bajamar wurde von der Wucht der Wellen getroffen, die unter anderem die Geräte des Kinderspielplatzes an den Schwimmbädern mitrissen.

In Puerto de la Cruz kam es zu Schäden in der Lago Martiánez-Schwimmbadanlage, während im Inselsüden ein Segelboot in Schwierigkeiten geriet und in den Hafen geschleppt werden musste.

Am 18. November machten sich sowohl Inselpräsident Carlos Alonso als auch Kanarenpräsident Fernando Clavijo in Begleitung des Bürgermeisters von Garachico, José Heriberto González, vor Ort ein Bild von der Lage und versprachen Notfallhilfen.

Schäden in Millionenhöhe

Am 19. November begannen die Gemeinden und die Bürger mit den Säuberungs- und Aufräumarbeiten und gaben erste Schadensaufstellungen ab. José Heriberto González, Bürgermeister von Garachico, bezifferte die Schadenshöhe allein an öffentlichen Installationen und Material auf rund 865.000 Euro, wobei allein ein neuer Rasen für das Fußballstadion 200.000 Euro kosten werde. Zehn Geschäfte und gastronomische Betriebe sowie zwei Wohnungen wurden schwer beschädigt.

Álvaro Dávila, Bürgermeister von Tacoronte, schätzt den Umfang der Schäden an öffentlichem Eigentum auf 335.000 Euro. In der Gemeinde traf es am stärksten das in den 60er-Jahren direkt an der Küste gebaute Gebäude Mar y Sol. Die Wellen drangen in die Gemeinschaftsräume des Erdgeschosses und die Wohnungen der unteren Stockwerke ein, rissen ganze Mauern weg und richteten komplette Wohnungseinrichtungen zugrunde. Für die Einwohner war es nicht das erste Mal, dass die Wellen die untersten Wohnungen erreichten, doch waren Höhe und wucht der Brecher noch nie zuvor dermaßen stark gewesen.

Das Cabildo sagte Notfallhilfen für die Gemeinden Garachico und Tacoronte in Höhe von 400.000 Euro zu. Die Küstenstraße von Garachico, die in den Landkreis Isla Baja weiterführt, soll umgehend instandgesetzt werden.




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