Restaurierung der Salinas del Río


In der ersten Phase der Wiederherstellung der Salinas del Río wurden die Mauern zwischen den Becken restauriert. Foto: Cabildo Lanzarote

Inselpräsident Ginés machte sich vor Ort ein Bild vom Fortschritt der Bauarbeiten

Lanzarote – Die Salzgewinnung spielte auf Lanzarote einst eine wichtige Rolle. Für die Fischerei wurden große Mengen Salz für die Haltbarmachung des Fangs benötigt. Die ältesten Salinen der Kanaren sind die Salinas del Río im Norden Lanzarotes. Sie befinden sich am Fuße der Klippen von Famara,  gegenüber der Insel La Graciosa.

Seit August dieses Jahres werden die Mauern und Becken der Anlage restauriert, um dieses historisch und ethnografisch bedeutsame Kulturerbe zu erhalten. Zum Abschluss der ersten Bauphase haben der Präsident des Cabildos, Pedro San Ginés, und der Inselrat für Kunst-, Kultur- und Touristikzentren, Echedey Eugenio, die Salinas del Río besucht, um vor Ort die Arbeit, die während der ersten Bauphase geleistet wurde, zu begutachten.

Die zweite Phase soll im Sommer 2019 beginnen, nachdem die Brutzeit der dort beheimateten Vögel beendet ist. Dann sollen die alten Gebäude restauriert werden, darunter das Salzlager, welches  ein Informationszentrum beherbergen wird.

Wenn die Becken sich wieder mit Meerwasser füllen, so hofft man, werden die Salinen wieder ihre typische rote Färbung annehmen, die durch Salinenkrebs­chen (Artemia salina) hervorgerufen wird.

Die Salinas del Río, auch Salinas de Gusa genannt, sind 10,6 Hektar groß. Sie wurden ab dem Jahr 1500 auf Anordnung des Inselherrn Sancho de Herrera gebaut. Damals wurde in der dort natürlich vorhandenen salzigen Lagune Ton abgebaut und in den so entstandenen Becken, die sich von selbst mit Meerwasser füllten, Salz gewonnen. Zweieinhalb Jahrhunderte lang waren dies die einzigen Salinen der Kanarischen Inseln, bis ab 1760 die Salinen auf Gran Canaria gebaut wurden. Im Jahr 1780 schätzte José de Iriarte die Salz-Produktion der Salinas del Río auf rund 160 Kubikmeter jährlich, ein Fünftel der Gesamtproduktion des Archipels. Doch erst am Ende des 19. Jahrhunderts erreichten sie mit dem Aufschwung der Fischerei in den Gewässern zwischen der afrikanischen Küste und den Kanaren ihre heutige Ausdehnung. Schätzungen zufolge wurden zu dieser Zeit etwa 1.300 Tonnen Salz jährlich produziert. In den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts begann mit der Errichtung neuer, besser zugänglicher Salinen auf Lanzarote der Niedergang der Salinas del Río. Ab 1970 wurden alle Salinen Lanzarotes nach und nach stillgelegt. Die 500-jährige Geschichte der Salinas del Río endete, als die Fischer von La Graciosa die Gewohnheit aufgaben, das Salz, das sich dort weiterhin spontan bildete, für das Einsalzen der Sardinen einzusammeln.





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